Magdeburg | Bahnfahren zählt zu den angenehmsten Möglichkeiten, um von A nach B zu gelangen - vorausgesetzt die Bahnen sind pünktlich und bleiben nicht unvermindert auf der Strecke liegen. Für knapp über acht Euro pro Kopf (Hin- und Rückfahrt) kann man von Magdeburg aus unter anderem das historische Rathaus Oschersleben erkunden, dem Schloss Bernburg einen Besuch abstatten oder die dörfliche Ruhe in Eilsleben in der Börde genießen.

Die Volksstimme hat ein paar Gemeinden herausgepickt, um sie vorzustellen und Anreize zu bieten den Wagen mal stehen zu lassen. Folgende Gemeinden lassen sich mit dem Hopper-Ticket und vom Magdeburger Hauptbahnhof aus gesehen erreichen und entdecken:

Oschersleben

Die größte Gemeinde in der Börde trägt eine bereits über 1000-jährige Geschichte. Vom Bahnhof der Bördestadt sind es nur wenig Gehminuten bis in die historische Altstadt, mit seinem barocken Rathaus und den Kirchen, wie der Nikolaikirche oder der katholischen Marienkirche - hier lässt es sich bequem shoppen oder man lässt bei einem Espresso im Café die Seele baumeln. Von Zentrum ist es nicht mehr weit bis zu einem der Highlights der kleinen Stadt, dem Tiergehege “Wiesenpark”. Auf rund fünf Hektar erkundet man heimische wie exotische Fauna, wie Wildschweine, Rotwild und Pfauen - und das sogar kostenfrei. Motorsportfans sollte die Motorsport Arena Oschersleben allzu bekannt sein: die renommierte DTM sowie zahlreiche weitere spektakuläre Events locken jährlich zehntausende Besucher in die Stadt an der Bode.

Eilsleben

Eilsleben - mehr als nur ein Name auf dem Ausfahrtsschild auf der A2. Die kleine Gemeinde mit ihren rund 4000 Einwohnern sorgt buchstäblich für Entschleunigung. Umgeben von weiten Börde-Äckern und sanften Hügeln, lädt Eilsleben für einen entspannten Nachmittag ein. Historisch betrachtet zählte die Gemeinde einst als Stadt, so erstreckt sich heute noch Teile der alten Stadtmauer um das Zentrum von Eilsleben. In der Gemeinde sind die Wege kurz, vom Bahnhof aus kann man innerhalb weniger Gehminuten den Kern oder die fruchtbaren angrenzenden Äcker, Wiesen und Furten Eilslebens erkunden.

Staßfurt

25.000 Einwohner zählt die Stadt Staßfurt, die sich im Salzlandkreis erstreckt. Bekannt wurde die Gemeinde vor allem durch den Kalibergbau, die Staßfurter Salzbergwerk-Schächte zählen zu den ältesten der Welt. Besonders die Altstadt ist ein Besuch wert: Die evangelischen Kirchen St. Petri oder die im 19. Jahrhundert erbaute St. Johannis sowie die mittelalterliche Substanz, bestehend aus historischer Stadtmauer, Türmen, Vogtei und Zwinger gilt es zu entdecken. Zum entspannen geht es an den Stadtsee zu Staßfurt oder die zentral gelegenen Grünanlagen der Stadt, dem Kaligarten, dem Stadtpark oder dem Volkspark Leopoldshall. Anlagen und historischer Stadtkern sind zu Fuß und vom Bahnhof aus schnell zu erreichen.

Burg

Magdeburgs kleine aber nicht minder interessante Schwester, ist die Stadt Burg. Die Kreisstadt bietet Neugierigen eine Fülle an Sehenswürdigkeiten und Geschichte, und auch das Schlendern durch die historische Altstadt lädt zum Bummeln ein. Burgs Spitzname, die “Stadt der Türme”, kommt dabei nicht von ungefähr: allen voran der Berliner Torturm und der Bismarckturm sowie die prächtigen Kirchtürme der Nicolaikirche und der Kirche Unser Lieben Frauen prägen das einmalige Stadtbild. Besonders Sehenswert ist die Anlage des  Goetheparks, der Teil der 4. Landesgartenschau im Jahr 2018 war und praktischerweise direkt am Bahnhof Burg anschließt.

Zerbst

Zerbst, so kann man festhalten, zählt zu einer der wohl unterschätztesten Gemeinden Sachsen-Anhalts - denn diese Stadt erzählt von einer unnachahmlichen Geschichte und historischen Gebäuden. Zerbst gilt als Dreh- und Angelpunkt einer der beeindruckendsten Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts: Katharina die Große, die in Zerbst residierte, bevor sie nach Russland zog, um Zarin zu werden. Ein Zeugnis dieser Zeit zeigt sich unter anderem mit dem Zerbster Schloss. Zudem entdeckt man in der Gemeinde mit dem Francisceum nicht nur das älteste Gymnasium von Sachsen-Anhalt, sondern auch zahlreiche barocke und mittelalterliche Gebäude.

Weitere erwähnenswerte Gemeinden, die mit dem Hopper Ticket vom Magdeburger Bahnhof erreicht werden können, sind unter anderem Haldensleben, Wolmirstedt, Schönebeck, Bernburg oder Köthen.

Einen Kritikpunkt gibt es zuletzt: Manch weitere interessante Städte wie Halberstadt, Helmstedt, Stendal und Genthin sind vom Magdeburger Hauptbahnhof mit dem Hopper Ticket nicht zu erreichen - hier endet das Einzugsgebiet eine Station vorher.

Infos zum Hopper Ticket:

Fahrten bis zu 50 Kilometer innerhalb von Sachsen-Anhalt und Thüringen

Einzelfahrt: 5,60 Euro, Hin- und Rückfahrt: 8,20 Euro

In allen Nahverkehrszügen von jedem beliebigen Bahnhof

Eigene Kinder und Enkelkinder unter 15 Jahren kostenfrei