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IHK Magdeburg: Pandemie trifft Unternehmen mit voller Wucht

06.05.2020, 13:38

Magdeburg (dpa/sa) - Laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg beurteilt die Hälfte der befragten Unternehmen im nördlichen Sachsen-Anhalt ihre Lage in der Corona-Krise als schlecht. Demnach beklagen auch 65 Prozent der Unternehmen Umsatzrückgänge im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie Wolfgang März, Hauptgeschäftsführer der IHK Magdeburg, am Mittwoch sagte. "Der Blick auf den weiteren Jahresverlauf ist ebenfalls eingetrübt". Die Corona-Pandemie habe die Unternehmen mit voller Wucht getroffen, betonte März.

Die Umfrage unter 300 Unternehmen sei Ende April durchgeführt worden. Zudem habe die IHK ähnliche Ergebnisse bereits bei einer Umfrage im März erhalten.

Positiv sieht die Kammer, dass Restaurants und Cafés vorübergehend weniger Steuern zahlen sollen. Die Mehrwertsteuer auf Speisen wird für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent reduziert, wie das Bundeskabinett entschieden hatte. Dies werde laut IHK nach der Wiedereröffnung voraussichtlich helfen. März betonte auch, dass es trotz der extrem schwierigen Lage für viele Unternehmen auch Betriebe - etwa in der Baubranche - gebe, die zu hundert Prozent weiterarbeiteten.

Kritisiert werden die regionalen Unterschiede der Wirtschaftspolitik. "Die föderalistische Struktur hat in den letzten Wochen immer wieder zu Verwirrung und Falschinformationen geführt", sagte März. Dies führe zu deutlichem Unfrieden bei den Unternehmen. "Dass regional in Deutschland so unterschiedlich Wirtschaftspolitik betrieben wird, ist nicht vermittelbar."

Zudem appellierte März daran, sich an die geltenden Hygieneregeln zu halten, damit die Wirtschaft wieder hochgefahren werden könne. Er betonte auch, dass die Gesundheit an erster Stelle stehe, erst danach komme die Wirtschaft. "Nur wenn wir die Regeln einhalten, schaffen wir es möglicherweise, dieses Virus auszutrocknen."