Magdeburg l Die Idee ist groß. Ein 180 Meter langer Bau mit Drei-Felder-Halle, Kletterwänden und Reha-Sport; dazu Miniaturgolf, Kinderland und Sauna. Ein Sport- und Freizeitzentrum sollte da im Süden der Stadt entstehen, wie es Halle noch nicht gesehen hat. „Sportparadies“ tauft der Investor vielversprechend das Vorhaben. 13 Jahre nach Baustart steht eine große Halle. Doch niemand spielt hier Handball oder Badminton. Bis heute steht nur Halbfertiges.

Nun will Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) die Reißleine ziehen und die Förderverträge mit dem Investor kündigen. Es geht um gut 6 Millionen Euro Förderanteil von dem insgesamt 34 Millionen Euro teuren Projekt. Wiegand legt dem Stadtrat am Mittwoch im nichtöffentlichen Teil eine Beschlussvorlage auf den Tisch. Darin stellt er dem Investor ein miserables Zeugnis aus: Der habe mehrfach vereinbarte Termine nicht eingehalten. Der erste Bauabschnitt sollte schon Ende 2018 fertig sein. Zudem sei das Gesamtfinanzierungskonzept lückenhaft. In dem Papier, das der Volksstimme vorliegt, heißt es schließlich: „Damit ist die Stadt berechtigt, die Fördermittelverträge wegen Unzuverlässigkeit des Fördermittelempfängers zu kündigen.“ Sollte der Investor das Vorhaben ohne Fördergeld nicht schultern können, verkommt das Sportparadies zur Bauruine.