Magdeburg l 800 Seiten Text und 56 Aktenordner: Das ist das Resultat aus elf Jahren Planung. Am Montag der Presse präsentiert in der Autobahnmeisterei Halle. Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) spricht davon, dass Halle und die Wirtschaft schon lange auf die Straße warten. Viel Fernverkehr rumpelt derzeit durch die Stadt - das soll sich ändern. 2005 war man schon mal so weit. Dann klagte der Naturschutzbund Nabu.

2007 stoppte das Bundesverwaltungsgericht den Weiterbau. Das fehlende Stück der A 143 ist zwar nur gut 12 Kilometer kurz, doch es hat es in sich. Die Piste quert bei Halle die Porphyrkuppen; dort wächst das Kleine Knabenkraut. Alles steht unter strengstem Schutz eines europäischen FFH-Gebiets. Um durchzukommen, ersannen die Ingenieure einen 300 Meter langen Tunnel, auf dessen Dach die Porphyrlandschaft originalgetreu nachgebildet wird.

Zum Schutz der sensiblen Flora werden die Abgase aus dem Tunnel über einen 50 Meter hohen Schornstein in die Luft geblasen. Andreas Irngartinger vom Planungsunternehmen Deges spricht von einem „Meilenstein“ in der deutschen Autobahnbau-Geschichte. Der hat seinen Preis. Die Bauzeit verdoppelt sich. „Wir rechnen mit fünf bis sechs Jahren.“ Und da die Baupreise gerade galoppieren, erhöht die Deges auch den Kostensatz: Von 240 auf 350 Millionen Euro.

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Diesel-Schmu mit Folgen

Noch eine Besonderheit: Da beim Diesel kräftig geschummelt wurde, sind die für die A 143 errechneten Stickoxidwerte möglicherweise zu niedrig. Um hier nicht erneut einen Klagegrund zu liefern, wird im Tunnelbereich eine zwei Kilometer lange Tempolimit-Zone angeordnet: In Richtung Halle gilt 80, in Richtung Magdeburg (da leicht bergan) 60.

Am 10. Juni endet die Klagefrist. Der Nabu äußert sich erst, wenn er die Unterlagen gesichtet hat. Klagt niemand, startet die Deges mit Feinplanung und Ausschreibungen. Gebaut wird dann von 2019 bis 2025. Meinung

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