Magdeburg/Neuss (dpa) l In keinem anderen ostdeutschen Flächenland gehen mehr Unternehmen pleite als in Sachsen-Anhalt. Das teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem neuen Insolvenzreport am Dienstag in Neuss mit. Die Experten errechneten, dass auf 10.000 Unternehmen in diesem Jahr 75 Pleiten kamen. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Zum Vergleich: In Sachsen lag der Anteil mit 59, in Thüringen mit 45 und in Brandenburg mit 44 Insolvenzen je 10.000 Betrieben deutlich niedriger. Brandenburg gehörte auch bundesweit zu den Ländern mit den wenigsten Firmenpleiten, zusammen mit Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten gab es in Bremen und Berlin.

Nach Schätzungen der Wirtschaftsauskunftei wird es in diesem Jahr in Deutschland so wenig Unternehmensinsolvenzen geben wie seit 1994 nicht mehr. Damit hält der Rückgang seit neun Jahren an. Betroffen waren den Angaben zufolge 19.000 Unternehmen, gut 1,2 Prozent weniger als noch 2017. Besonders betroffen war laut Bericht der Handel. Dort stieg die Zahl der Pleiten gegen den allgemeinen Trend leicht. Laut Report liegt das an der Konkurrenzsituation durch den Online-Handel und den Verdrängungswettbewerb kleinerer Läden.