Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe

Interne Ermittlungen gegen Chefarzt

Halle (dapd) l Gegen einen Chefarzt aus dem Universitätsklinikum Halle haben Mitarbeiter schwere Vorwürfe erhoben: Sie beklagen in einem Brief an den Personalrat verbale Entgleisungen des Professors. Er soll sich aus einer Arbeitsberatung mit den Worten "Sieg Heil" verabschiedet und einen asiatischen Kollegen als "Reisfresser" beschimpft haben, berichtet die in Halle erscheinende "Mitteldeutsche Zeitung". Der Mediziner bestreitet die Vorwürfe.

Die Klinikleitung habe eine umgehende Überprüfung veranlasst, sagte ein Sprecher und sprach von einem "schwerwiegenden Vorwurf". Im Universitätsklinikum Halle sei kein Platz für rassistische, antisemitische oder den Nationalsozialismus verherrlichende Äußerungen und sie würden nicht geduldet, sagte der Sprecher weiter. Im Klinikum und der Fakultät arbeiteten Menschen aus mehr als zwei Dutzend Nationen miteinander. Derzeit befänden sich beispielsweise elf schwer Verletzte aus Libyen zur Behandlung im Universitätsklinikum.

"Ich bin weder rechtsradikal eingestellt noch habe ich Kontakte zur rechten Szene", sagte der Chefarzt der Zeitung. An dem fraglichen Tag habe er eine Äußerung gemacht, die man hätte falsch verstehen können und die auch das Wort "Sieg" enthalten haben kann, räumte er ein. Er habe sofort deutlich gemacht, dass er den Ausspruch keineswegs mit Bezug auf den Nationalsozialismus getan habe.

Die Klinikleitung hat nun eine Untersuchung angeordnet. Erst danach werde über Konsequenzen entschieden.