Inzidenz in Sachsen-Anhalt steigt mit großen Schritten
Die dritte Corona-Welle scheint sich langsam aufzutürmen. Die Corona-Inzidenz machte in Sachsen-Anhalt am Freitag erneut einen deutlichen Sprung nach oben. Immerhin gibt es gute Neuigkeiten beim Impfen.

Magdeburg (dpa/sa) - Binnen eines Tages sind am Freitag in Sachsen-Anhalt 542 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Am Donnerstag waren es nach Angaben des Sozialministeriums mit knapp 600 noch etwas mehr. Dennoch machte die Inzidenz mit 122,06 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen einen deutlichen Satz. Das Ministerium ermittelte am Vortag eine Inzidenz von 116,05.
Zudem waren binnen 24 Stunden acht weitere Sterbefälle erfasst worden. Damit seien seit Beginn der Pandemie 2656 Menschen mit oder an dem Virus gestorben. In den Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt wurden laut Ministerium 76 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch betreut, 35 von ihnen müssen künstlich beatmet werden.
Gute Nachrichten gibt es nach der zeitweisen Aussetzung des Impfmittels Astrazeneca: Sachsen-Anhalt nimmt die Corona-Schutzimpfungen mit dem Mittel wieder auf. Seit Freitag könnten diese Impfungen fortgesetzt werden, teilte das Sozialministerium mit. Die Kreise und kreisfreien Städte seien bereits am Donnerstag nach der Konferenz der Gesundheitsministerien informiert worden. Abgesagte Termine könnten wieder angeboten und die Zweitimpfungen durchgeführt werden.
In Sachsen-Anhalt sind nach Aussage des Ministeriums bislang etwa 90 000 Impfdosen von Astrazeneca an die Impfzentren der Landkreise und kreisfreien Städte ausgeliefert worden. Davon sind bislang etwa 45 000 Erstimpfungen erfolgt.
Fälle von Hirnvenenthrombosen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Spritze hatten zu der zeitweisen Aussetzung der Impfungen geführt. Hinweise darauf, dass diese tatsächlich die Vorfälle verursachten, hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nicht gefunden und bekräftigte am Donnerstag die Sicherheit des Mittels.
Die Kindergärten im Land will das Sozialministerium in Sachsen-Anhalt bis Ostern 300 000 mit Corona-Selbsttests für Kinder ausstatten. Mit der Erweiterung des Testangebotes nehme das Land bundesweit eine Vorreiterrolle ein, erklärte das Ministerium am Freitag. Bereits seit Mitte Februar seien für alle Kita-Mitarbeitern mehr als 200 000 Schnelltests organisiert worden. Die Tests sind freiwillig.
Die für die Kinder bereitgestellten Selbsttests seien anwenderfreundlich - ein Abstrich im vorderen Nasenbereich genüge. Die Eltern erhalten nach Angaben des Ministeriums von den Einrichtungen eine Bedienungsanleitung sowie ein Anleitungsvideo. Bis Ostern soll jedes Kind einmal wöchentlich getestet werden. Nach Ostern soll die Testkapazität auf zwei Tests pro Woche ausgebaut werden.
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