Magdeburg l Mario Hartmann von der Firma „Lava Marine“ stöpselt die elektrische Pumpe an. Dann bekommt das kleine Schlauchboot die nötige Luft und Form. „Schlauchboote haben reißenden Absatz“, sagt er. Und schon bereitet er das nächste Boot für die Messe vor, die heute um 12 Uhr Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) eröffnen will.

Rainhild Henning vom gleichnamigen Wassersportzentrum in Schönebeck bestätigt: „Der Trend geht zu Schlauchbooten und kleineren Motoren.“ Viele wollen mobil sein und ihr Boot immer dabei haben. Nach Angaben von Franziska Schubert, Leiterin der Messe, seien zunehmend auch sogenannte Sloepen im Trend. Das sind kleine Allround-Boote für Kanäle, Flüsse und Meere, die ihren Ursprung in den Niederlanden haben.

Hochpreisige Yachten

Auch das hochpreisige Segment, wie es Matthias Fischer aus Werder an der Havel von „Allert Marin“ bezeichnet, bleibt nicht außen vor. Er bereitet gerade seine „Greenline Neo HT“ für die Ausstellung vor. Die Yacht kostet rund eine Viertel Million Euro und fährt mit 300 PS auch die Elbe bei etwas niedrigerem Wasser hoch und runter. „Mit dem Tiefgang von 90 Zentimetern ist das durchaus möglich“, sagt er. Vom Flachwasser bis zur Küstenregion könnten alle Reviere befahren werden. „Wir haben übrigens zunehmend auch einen Absatzmarkt für diese Größe“, sagt er.

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Ähnlich sieht es sein Kollege Ben Weidner von „Palme Marin“. Er bereitet mit seinen Kollegen die mit 320 000 Euro teuerste Yacht zur Eröffnung vor. Die „Delphia Escape“ hat sogar „nur“ einen Tiefgang von 68 Zentimetern.

Die hätten im vergangenen Sommer laut Michael Günther, Betreiber des Yachthafens in Magdeburg, aber auch nichts genutzt. „Wir waren fast die gesamte Saison durch das Niedrigwasser von der Elbe abgekoppelt“, sagt er. Jetzt hofft er mit der Messe auch seine Vermiet-Kajaks und sein Yachthafen-Floß bekannter zu machen.

"Liegeplätze an Elbe begehrt"

Vorstellen wollen sich am Wochenende in den Messehallen neben Tauchsportlern, dem Landesanglerverband und anderen Organisationen auch der Landesverband Motorsport Sachsen-Anhalt. Sein Präsident Uwe Gerlach erklärt: „Vor allem die Liegeplätze an der Elbe sind sehr begehrt. In vielen Vereinen sind diese bereits ausgebucht.“ Rund 800 Sportbootfahrer sind aktuell im Land in 21 Vereinen organisiert. Die Zahl der motorisierten Wassersportfans im Land schätzt er auf weit mehr als 2000.

Der größte Einschnitt an der Elbe ist aber nicht das Niedrigwasser. „Natura 2000 macht uns die größte Sorge. Wir können in vielen Uferbereichen wegen der Bade- und Anlandungsverbote die Elbe nicht mehr wie früher nutzen“, sagt er. Genug Diskussionsstoff auf der Wassersportmesse dürfte es geben.