Wenn in diesen Tagen des 125-jährigen Bestehens des Industriestandortes Bitterfeld-Wolfen gefeiert wird, erinnern sich viele an den markanten Satz: „Sehen wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns Bitterfeld!" Die Region zählte einst zu den dreckigsten Europas.

Wer heute dorthin reist, erkennt ihn nicht wieder und hätte diese Entwicklung nicht für möglich gehalten. Ein alter Tagebau ist zum Wasser- und Freizeitparadies geworden, der Chemiepark bietet Tausenden Menschen Arbeit. Diese Entwicklung wie Phönix aus der Asche war nicht selbstverständlich. Denn einen Standort Bitterfeld haben die bundesdeutschen Chemiekonzerne nicht unbedingt benötigt. Milliarden-Subventionen der Steuerzahler haben ermöglicht, dass in Bitterfeld auch heute noch Chemie gemacht wird. Auch wenn Tausende Beschäftigte mit der Rosskur ihre Jobs verloren haben, und sich neu orientieren mussten – das Geld war damals gut angelegt.