Burg l Noch stecken Felix Wolf, Eileen Müller und Laura Franke (alle 18 Jahre) mitten in der Klausuren- und Vorabiphase. Zusätzlich gibt es noch allerlei für die Abiturzeit zu organisieren. Dafür haben die Schüler Komitees gebildet. Felix und Eileen haben im Komitee der Mottowoche mitgewirkt. Laura war Teil des Abiballkomitees. Trotzdem antwortet sie auf die Frage, ob es zur Zeit sehr stressig sei, mit einem Schulterzucken. „Ach, es geht schon.”

Bald haben es die insgesamt 96 Schüler der fünf Abiturklassen des Burger Roland-Gymnasiums geschafft. Die Mottowoche, welche am 11. April beginnt, und der letzte Schultag am 15. April nahen. Es gehört zur Tradition der Abschlussklassen, sich an den Tagen vor dem letzten Schultag Mottos zu überlegen, entsprechend derer sie sich verkleiden. Diese lauteten im Jahr 2014 beispielsweise „Hangover”, „Essen und Trinken” oder „Filmhelden”. Gemäß des Mottos „Essen und Trinken“ zogen als Pudding, Pflaume, Banane oder Schokoriegel gekleidete Abiturienten durch Burg.

Ein Spaß

Am letzten Schultag schließlich wird ein weiteres Motto festgelegt und die Schule entsprechend dekoriert. Auch ein Denkmal der Abis wird auf dem Schulgelände enthüllt. Die Mottos für dieses Jahr stehen fest. Jedoch ist alles eine Überraschung. Wie immer.

Der letzte Schultag ist außerdem der Tag des Abistreiches. Für den versammeln sich die Abiturienten, Zehnt- und Elftklässler auf dem Schulhof, um dann gemeinsam zur Turnhalle zu ziehen. Dort finden dann Wettkämpfe zwischen Lehrern und Schülern statt. Die Abiturienten wollen mit ihrem Streich nicht die ganze Schule, sondern nur die Turnhalle und den Weg dorthin unsicher machen, erklären sie. Sicherer sei dafür die Tatsache, dass für ihre Tutoren (in diesem Jahr Uta Schüssler, Doreen Wahl, Ramona Kersten-Daub, Dietmar Beck und Andrea Gohla) eine besonders angenehme Überraschung warten könnte.

Ganz und gar gegensätzlich zu den Plänen der Burger Gymnasiasten verliefen Abi-Feiern von Kölner Abiturienten zu Beginn voriger Woche. Es kam zu heftigen Ausschreitungen. Sachbeschädigungen in den Schulen, Körperverletzung und Randale in den Straßen wurden verzeichnet. „Viel zu übertrieben” ist die Reaktion der Burger Gymnasiasten auf diese Meldungen. Sie wollen es gelassener angehen. Den Respekt vor den Autoritäten hätten sie nicht verloren. „Es soll für beide Seiten ein Spaß werden. Für uns, sowie für unsere Lehrer und Lehrerinnen”, so Laura. Es werde keine gemeinen Streiche geben.

9. Klasse zu jung

Im Regelfall dürfen die Schüler ab der zehnten Klasse am Tag des Abistreiches mit in die Turnhalle. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die neunten Klassen noch zu weit vom Abitur entfernt und zu jung sind”, erklärt Malte Theuerkauf, Leiter des Gymnasiums. Auch das Platzangebot in der Halle müsse bedacht werden. Dieses Jahr haben die Abiturienten auch die neunten Klassen mit einbeziehen wollen und diese gefragt, ob sie gerne beim Streich dabei wären. Die Rückmeldung der neunten Klassen war positiv. Jedoch bedarf es mehr, um solch ein sensibles Anliegen durchzubringen. „Eine offizielle Umfrage muss gut geplant sein“, sagte Schulleiter Theuerkauf. Die Fragen wolle er vorher begutachten und der Zeitraum, sowie Art und Weise der Befragung solle vorher geklärt sein. „Man muss genau wissen, woher die Zahlen kommen. Die Anonymität der Befragten muss zudem bewahrt werden”, so Theuerkauf. Ein Aufwand, der für die Abiturienten dieses Jahres zeitlich nicht mehr zu bewältigen ist. Somit bleibt es wohl erst einmal bei dem „guten Kompromiss”, so der Schulleiter, dass alle ab der zehnten Klasse dabei sein dürfen.

Gelassen in die Prüfung

Nach der ganzen Feierei stehen dann erstmal die Abiturprüfungen an. „Im Allgemeinen sehe ich die Prüfungen eher gelassen. Nur vor Mathe habe ich etwas Bammel. Deutsch wird, denke ich, ziemlich entspannt”, sagt Felix Wolf. Sind diese geschafft, folgt die Abiturzeugnisvergabe und der Abiturball. Zum Programm wollen sie noch keine Angaben machen. Dieses „stecke noch in der Planung“, so Laura Franke. Und nach dem Abi? Felix Wolf hat schon Pläne: „Erstmal eine Weile nach Neuseeland, danach entweder BWL oder Sportwissenschaften studieren.” Laura Franke und Eileen Müller sind sich noch nicht sicher, wohin es sie verschlägt. „Es gibt ja hunderte Möglichkeiten“, so Laura Franke.