Wolmirstedt/Prag l Eine Woche nach Tschechien, ohne die Sprache zu kennen. Das war das Motto des Jugendclub-Ausflugs nach Prag. Von Montag bis Freitag waren die Jugendlichen aus Wolmirstedt und Umgebung in einem Hostel in der osteuropäischen Metropole untergebracht.

„Unser Ziel war es, das Land ohne Vorkenntnisse zu erkunden“, berichtet Jugendclubchefin Antje Prilloff. „Das war besonders herausfordernd, weil vor Ort viele Menschen auch kein Englisch verstanden haben.“

„Wir haben uns dann mit Gesten verständigt, das hat meistens ganz gut geklappt. Auch wenn manche Einwohner etwas abweisend reagiert haben“, berichtet Teilnehmerin Vivian. Ihre Freundin Angie pflichtet ihr bei und ergänzt: „Auch wenn uns die Stadt fremd war, wären wir gerne noch länger geblieben.“ Vor allem die Landschaft in Prag hat die beiden begeistert.

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Die sehr gut ausgebauten Jugendfreizeitstätten lösten bei den Jugendlichen ebenfalls Begeisterung aus. „Die Möglichkeiten in Tschechien dafür sind echt enorm, dafür ist die Teilnahme dort strikter organisiert als hier“, berichtet Antje Prilloff.

Neben den Aufgaben und den Kursen, bei denen auch einheimische Jugendliche dabei waren, gab es für die Teilnehmer genügend Möglichkeiten, die Stadt Prag und das Umland zu erkunden. So schauten sich die Jugendlichen das Schwarzlichttheater an, machten eine Schifffahrt auf der Moldau und besichtigen die Prager Burg.

Um vor Ort zumindest ein wenig zu verstehen, wurde eine Sprachanimation mit jeweils 15 Teilnehmern in zwei Gruppen organisiert. Ein paar Worte Tschechisch haben sich dann auch in der einen Woche festgesetzt. „Es ist natürlich schwer, die Vokabeln zu behalten, gerade wenn die sprachliche Übung fehlt“, meint Antje Prilloff. Neben dem Abenteuer eine neue Kultur kennenzulernen, hatte die Reise aber auch einen ernsten Hintergrund, wie Antje Prilloff berichtet. „In den vergangenen Monaten hat uns die Flüchtlingsdebatte beschäftigt. Bei dieser Reise sollten die Jugendlichen auch lernen, was es heißt, fremd und ohne Vorkenntnisse in einem neuen Land zu sein“, erzählt die Chefin des Jugendclubs in Wolmirstedt.

Um dies zu gewährleisten, nahm der Jugendclub an einem Programm der Brücke/Most-Stiftung teil, die das Projekt „Was ist dir Recht(s)?“ ins Leben gerufen hat.

Auseinandersetzung mit rechten Ideologien

Die Brücke/Most-Stiftung setzt sich in diesem Projekt für eine kritische Auseinandersetzung mit rechten Ideologien ein. Prävention durch Wissen und die Stärkung demokratischer Werte sind dabei die angegebenen Ziele. Durch die Stiftung wurde am Donnerstag eine Jugendbegegnung organisiert. Zudem wurde das Konzentrationslager Theresienstadt von den Jugendlichen besichtigt.

Damit die Reise überhaupt möglich gemacht werden konnte, bekam der Jugendclub zahlreiche Fördermittel. Sowohl die Stadt und das Jugendamt wie auch Kristin Heiß förderten das Projekt. Weitere Fördergelder gab es durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“