Wolmirstedt/Brüssel l „Was hat Europa eigentlich mit uns Jugendlichen zu tun?“ Mit dieser Frage fing unsere Reise in die Hauptstadt Europas an, von der wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu viel wussten.

Wir, das ist die Go-Europe Projektgruppe aus Wolmirstedt unter der Leitung unserer Lehrerin Frau Kionczyk. Das Projekt „Go-Europe“ (jetzt „Europa geht weiter“) gibt es schon seit vielen Jahren an unserer Schule in Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung kultureller Kinder-und Jugendbildung Sachsen-Anhalt. Die Teilnehmer setzen sich hierbei mit Fragen rund um Europa auseinander und engagieren sich in ihrer Arbeit für ein jugendgerechteres Europa.

Nach fast einem halben Jahr Vorbereitungszeit und diversen Workshops ging es endlich los. Wir starteten vom ZOB Magdeburg und eine zehnstündige Anreise in das Herz Europas begann. Die Hochhäuser begrüßten uns mit einem Meer aus Licht und unendliche Fassaden aus Glas spiegelten unsere Begeisterung wider.

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Fast 50 Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt

Nach dem ersten Kennenlernen der fast 50 anderen Teilnehmer aus ganz Sachsen-Anhalt im Hostel wurden wir in Gruppen eingeteilt, in denen wir für den Rest der Tage gemeinsam arbeiteten und über unsere Erwartungen und Wünsche sprachen.

In den folgenden Tagen besuchten und erkundeten wir Brüssel auf eigene Faust – nur mit einer Stadtkarte und unseren Englischkenntnissen ausgerüstet.

Wir erhielten zudem Einblicke in das Europäische Parlament und durften hinter die Kulissen blicken, wo die wichtigen Entscheidungen auf europäischer Ebene getroffen werden. Außerdem trafen wir dort Arne Lietz, welcher der Vertreter Sachsen-Anhalts im Parlament ist. Nach einer kleinen Präsentation stellte er sich dann mutig unseren Fragen und wir erfuhren die Sicht auf die aktuellsten Themen und Probleme von einem echten Politiker.

Ein weiteres Ausflugsziel war das Parlamentarium. Mit multimedialen Installationen und Elementen konnte man dort die Geschichte der Europäischen Union, das Europäische Parlament und EU-Abgeordneten nicht nur aktiv, sondern auch interaktiv erkunden. Auch ohne Smartphone, dafür mit Multimedia-Guides ausgestattet, haben wir so vieles erfahren, neues und spannendes gesehen und sehr viel gelernt.

Die restlichen Tage verbrachten wir damit, noch mehr von der schönen Stadt Brüssel zu sehen und die leckeren Baguettes und Waffeln zu probieren, was jeder einmal tun sollte, wenn er in Brüssel ist. Ein Besuch im berühmten Atomium war ein weiteres Highlight auf unserer Reise. Und selbst für die eher weniger Physikbegeisterten, war es sehr spannend, auch mal ein Atom von innen zu sehen.

An einem unserer letzten Tage durften einige von uns einen Flashmob organisieren und am Ende, als krönender Abschluss, tanzte unsere gesamte Gruppe mit ein paar echten Brüsslern die „Banane“ (Banana Dance) auf dem berühmten Grand-Place.

Den letzten Tag verbrachten wir in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt und ließen den Abend in gemeinsamer Runde ausklingen. Zuvor konnten wir hier Meinungen in verschiedenen Gesprächsrunden mit Experten aus diversen Politikbereichen austauschen und über die aktuellsten Themen sprechen und unser Lieblingsthema „Jugendliche in Europa“ bereden.

Doch was bedeutet nun ein „Jugendgerechtes Europa“? Eine Frage, über die wir in dieser Woche lange mit unterschiedlichen Menschen diskutiert haben. Allgemein eine Frage, bei der es sich lohnt, sie zweimal zu stellen und immer wieder zu hinterfragen.

Auch wenn es keine schnelle Antwort auf diese Frage gibt, so steht für uns jedoch fest, dass Brüssel – das Herz Europas - zwar mehrere hundert Kilometer entfernt von uns ist, jedoch jeden von uns betrifft und es an uns liegt, es mitzugestalten.