Halle/Köthen (dpa) l Die Narren haben in Sachsen-Anhalt wieder das Zepter übernommen. Pünktlich um 11.11 Uhr übernahmen sie am Montag, dem 11.11., an vielen Orten im Land die Schlüssel der Rathäuser. Allerdings befinden sich die Karnevalshochburgen traditionell im Süden des Landes. Dort wurde am Montag zwar etwas mehr gefeiert. Aber zum Beispiel in Osterburg ganz im Norden von Sachsen-Anhalt waren die Narren ebenfalls unterwegs.

In Halle überreichte Bürgermeister Egbert Geier (SPD) den Schlüssel an das dortige Prinzenpaar Axel I. und Miriam I. auf dem Marktplatz. Dort feiert der Karnevalsverein HSKV in dieser Saison auch sein 30-jähriges Bestehen.

In Weißenfels wurde die sogenannte fünfte Jahreszeit ebenfalls auf dem Marktplatz eröffnet. In der Karnevalshochburg Köthen stellte der Verein Kukakö die nächsten Monate unter das Motto „Kukakö vom Ziethestrand, feiert hier das Dschungelland!“. Damit spielen die Narren darauf an, dass der Bahnhof der Stadt seit Monaten wegen Bauarbeiten gesperrt ist – und die Behinderungen wegen Bauverzögerungen gerade erst um ein weiteres halbes Jahr bis Sommer 2020 verlängert wurden.In Sachsen-Anhalt gibt es nach Angaben des Landesverbands derzeit rund 17 600 aktive Karnevalisten in 190 Vereinen. Dabei gebe es weiterhin regen Zulauf, wie etwa der Präsident des HSKV, Ingo Küßner, sagte. „Nachwuchssorgen beim Karneval gibt es bei uns auf keinen Fall.“ Auch die Finanzierung sei gesichert.

Magdeburger Narren unter sich

In Magdeburg gab es am Montag keinen öffentlichen Auftritt der Narren. Sie kommen am Abend unter sich zusammen. „Es gibt auch keine Prunksitzung, sondern am 22. Februar 2020 ein buntes Programm, der Rosenmontagsumzug wird dann in Köthen gefeiert“, sagte Burkhard Jaap, Vorstandsmitglied beim Karnevalsverein „Ottojaner“ Magdeburg. „Weiberfasching, Herrensitzung oder andere spezielle Sitzung sind nicht so gewollt, deshalb machen wir das nicht.“

Die Karnevalszeit erstreckt sich bis ins Frühjahr. Ein Höhepunkt ist traditionell der Rosenmontag, der nächstes Jahr am 24. Februar gefeiert wird. Zwei Tage später, am Aschermittwoch, ist alles vorbei.