Magdeburg (dpa) l Ernährungsexpertinnen wollen in Sachsen-Anhalts Kitas und Schulen für gesündere und abwechslungsreichere Zwischenmahlzeiten sorgen. Viele Eltern seien berufstätig, die Kinder entsprechend lange in Kita, Schule und Hort – da seien das zweite Frühstück und die Vesper wichtig, sagte die Projektleiterin der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung, Melanie Kahl, in Magdeburg.

Im ersten Teil des geplanten zweijährigen Projekts konzentrierten sich die Expertinnen auf eine Modellkita und einen Modell-Schulkiosk. "Es soll erprobt werden, was in der Praxis funktioniert", sagte Kahl. Rezepte, Zubereitung, nötige Ausstattung stünden im Fokus – aber natürlich auch, ob es den Kindern und Jugendlichen schmeckt.

"Wir legen das Hauptaugenmerk auf Kitas, die selbst zubereiten. Oft machen das die Erzieherinnen", sagte Kahl. Es gebe Rezepte, die sich leicht umsetzen ließen, um etwa belegte weiße Brötchen zu umgehen.

Bisherige Erfahrungen der Ernährungsexpertinnen zeigen, dass in Schulkiosken etwa oft gesunde Alternativen zu belegten Brötchen und Schokoriegeln fehlten, sagte Martina Kolbe von der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt, zu der die Vernetzungsstelle gehört. Dabei gebe es noch mehr Möglichkeiten vom Müsli über Obst mit Joghurt, Gemüse mit Dips und auch süße und herzhafte Aufstriche.

Rund 70 Schulkioske kennt die Landesvereinigung, viele würden von Schülern geführt. Diese bräuchten Anregungen, wie sie ihr Angebot gesünder gestalten könnten. "Sie sollen nicht jeden Riegel verbannen", betonte Kolbe.

Im zweiten Schritt des Projekts sollen die in Modell-Kita und -Schulkiosk erprobten Rezepte in die breite Praxis weitergetragen werden. "Wir planen Veranstaltungen im Norden, in der Mitte und im Süden des Landes", sagte Melanie Kahl. Es werde auch Einzelcoachings direkt in Einrichtungen geben.

Es gehe um Hilfestellung für Schüler und Lehrer, die die Schulkioske oft betreuten. Und wichtig ist den Expertinnen: "Es muss praktikabel sein." Dabei gehe es auch in den Kitas um den Zeitaufwand. Die Expertinnen wollten aber auch genau schauen, welches Material und welche Ausstattung nötig seien. Das Projekt soll – wenn die Förderung bewilligt ist – im kommenden Jahr starten.