Weißenfels/Naumburg (dpa) l Rund ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Säuglings in Weißenfels müssen sich weitere etwa 2200 Frauen einem Reihengentest unterziehen. Der Beschluss für einen zweiten DNA-Test liege vor, sagte Staatsanwalt Jürgen Neufang auf Anfrage. Mit der Untersuchung wollen die Ermittler bei der Suche nach der Mutter des toten Babys vorankommen. Eine erste Testreihe hatte bei rund 200 Frauen keinen Treffer erbracht.

Die nun beschlossene zweite Untersuchung wurde deutlich großflächiger angelegt. Statt im Umkreis von 250 Metern um den Fundort der Leiche würden jetzt in einem Umkreis von 2,5 Kilometer alle Frauen zum Gentest geladen, sagte Neufang. Die Durchführung der Untersuchung sei Sache der Polizei. Derzeit würden alle betroffenen Frauen angeschrieben. Bis es Ergebnisse gebe, könnten mehrere Wochen vergehen.

Das tote Baby war Ende April 2017 in Weißenfels entdeckt worden. Der Körper wies Spuren massiver Gewalteinwirkung auf. Von der Mutter fehlt bislang jede Spur. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass diese aus Weißenfels stammt, weil der Platz, an dem das Baby gefunden wurde, auf Ortskenntnis schließen lässt. Im Juni 2017 hatte sich die Stadt Weißenfels um die Beerdigung des Säuglings gekümmert.

Konkrete Hinweise auf Verdächtige

Nach dem ersten Reihengentest Ende 2017 hatten die Ermittler weitere Anhaltspunkte überprüft. Nicht alle geladenen Frauen waren auch zu der Untersuchung erschienen. Eine nachträgliche Überprüfung habe aber auch hier keinen Treffer ergeben, sagte Neufang. Auch konkrete Hinweise auf eine Tatverdächtige nach einem Beitrag in der MDR-Sendung "Die Spur der Täter" hätten sich nicht bestätigt.

Wegen des großen Personenkreises werde die neue Reihenuntersuchung sehr aufwendig, sagte Neufang. "Es wird einige Zeit dauern." Zudem sei die Ermittlungsgruppe, die sich mit dem Fall des toten Babys befasse, im Lauf der Zeit reduziert worden. Die Beamten setzten aber weiter darauf, die Mutter des getöteten Babys ausfindig zu machen.