Halle l Eines ist ganz klar: Der zehnjährige Alfons Zitterbacke wird einmal als genialer Erfinder das Weltall erobern. Allerdings nicht als Kosmonaut, wie einst im Defa-Film von 1966 und der DDR-Fernsehserie 1986, sondern als Astronaut, wie die Weltraumstürmer inzwischen genannt werden.

Dass mehr als vier Jahrzehnte zwischen Film 1 und Film 2 liegen, beweist auch die Tatsache, dass neben Sachsen-Anhalt diesmal sogar der reale Weltraum „mitspielt“. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat einen Film-Auftritt auf der ISS.

Bereits vor 43 Jahren erfand Alfons für sein künftiges All-Abenteuer ein spezielles Training. Der Zehnjährige ging davon aus, dass Kosmonauten keine feste Nahrung zu sich nehmen, sondern sich ausschließlich aus Tuben ernähren und probierte es mit Senf, Zahnpasta und Anchovispaste. Außerdem versuchte er, sich auf Schwerelosigkeit vorzubereiten, indem er nacheinander zehn Runden auf dem Kettenkarussell fuhr.

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Als weitere Härteprüfung stopft er sich Watte in die Ohren, um herauszufinden, wie sich die unendliche Stille des Alls anfühlt. Wieder gab es Ärger, denn in der Schule tendierte sein Hörvermögen gegen null.

Drehorte im Nordbad und im Luftfahrtmuseum

Wie bei seinem Kosmonauten-/Astronautentraining stolpert der liebenswerte Visionär gegenwärtig auf der Erde immer nur von einem Missgeschick ins nächste und handelt sich so ständig Ärger ein. Denn so geistreich und außergewöhnlich seine Ideen auch sind, die Lehrer und seine Eltern verzweifeln daran.

Alfons Zitterbacke ist der bekannteste und liebenswerteste Pechvogel der ehemaligen DDR. Er begleitet seit Ende der 50er Jahre Generationen, und seine mittleren und größeren Katastrophen machen noch heute viele Leser zum Komplizen des liebenswerten Chaoten. 2019 feiert der Mauerfall seinen 30. Geburtstag – der längst überfällige Zeitpunkt für eine Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers, meinen die Macher des Films.

37 Tage drehte das Team um Regisseur Mark Schlichter im Sommer 2018 in Halle, Leipzig und Merseburg. Der Lohn der Mühen soll in wenigen Tagen folgen, wenn „Alfons Zitterbacke – Das Chaos ist zurück“ in den deutschen Filmtheatern über die Leinwand flimmert. Exklusive Weltpremiere ist am 6. April in Halle. Kinostart ist dann am 11. April.

Drehorte in Halle waren das Christian-Wolff-Gymnasium, das Nordbad, verschiedene Häuser in der Stadt, an der Hochstraße, am Alten Markt, im Ammendorfer Hellweg-Baumarkt, am Hansering und die Giebichensteinbrücke.

In Merseburg war der Technik- und Luftfahrtmuseums­park mit seinem großen Fundus an stillgelegten Flugzeugen und Hubschraubern von den Film-Scouts ausgesucht worden. Die Ausstellung bot die perfekte Kulisse für das große Finale im neuen Film: den Flugobjekte-Wettbewerb.

Zu den bekannten Darstellern des Zitterbacke-Revivals gehört auch der eigenwillige „Chemie-Doktor“: Olaf Schubert drehte mehrere Tage im Christian-Wolff-Gymnasium in Halle-Neustadt. Stars am Set waren unter anderem Alexandra Maria Lara (Zitterbacke-Mutter Louise) und Devid Striesow (Zitterbacke-Vater Paul). Vom ersten Tag dabei war natürlich „Zitterbacke“-Darsteller Tilman Döbler.

Regisseur Schlichter kennt Halle. Der Berliner führte bei den ersten beiden „Zorn“-Krimis, die in der Saalestadt spielen, Regie. Halle sei für ihn erste Wahl gewesen, weil das Team bei den Dreharbeiten für die Zorn-Reihe so freundlich aufgenommen und von den Hallensern so nett unterstützt worden sei.

Er habe bereits bei der Suche nach Drehplätzen für den Krimi festgestellt, dass das „überschaubare Halle so viele Gesichter hat, wie eine Großstadt – nur viel netter“.