Kirchentag mit ökumenischem Gottesdienst eröffnet

Mit einem ökumenischen Himmelfahrtsgottesdienst ist am Donnerstag der regionale „Kirchentag auf dem Weg“ in Magdeburg eröffnet worden. In einer Dialogpredigt am Elbufer nahmen die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, und der katholische Bischof des Bistums Magdeburg, Gerhard Feige, das Verhältnis zwischen evangelischer und katholischer Kirche seit der Reformation in den Blick.

Evangelische Christen hätten in den vergangenen Jahren bei ihren katholischen Geschwistern manches neu schätzen gelernt, sagte Junkermann und verwies auf die katholische Frömmigkeit. Sie sei auch fasziniert, wie sehr Katholiken ihre Kirche liebten. „Uns verbindet mehr als uns trennt,“ betonte Bischof Feige. „Darum sehen wir uns im Blick auf die Not der Menschen auch herausgefordert, gemeinsamer uns einzumischen und zu handeln.“

Der Gottesdienst war Höhepunkt beim „Fest der Begegnung“. Auf dem Programm des Magdeburger Kirchentages stehen rund 400 Veranstaltungen. Der Abschlussgottesdienst des Haupt-Kirchentages findet am Sonntag in Wittenberg statt. (epd/dpa)

Magdeburg l Gott hört auch Gebete, die durch Smartphone und Tablet verbreitet werden. Davon ist Ralf Peter Reimann überzeugt. „Bei uns ist der Einsatz von Handys in der Kirche absolut erwünscht“, sagt der Internetbeauftragte der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er führt am Freitag auf dem Kirchentag in Magdeburg durch einen Twittergottesdienst.

Mit Veranstaltungen wie diesen will die Kirche angesichts sinkender Mitgliederzahlen neue Zielgruppen ansprechen. „Twitter eröffnet ganz neue Formen der Beteiligung. Darauf setzen wir“, sagt er. „Auch im Internet kann man Spiritualität leben.“

Der Twittergottesdienst ist eine Mischung aus klassischen Elementen und sozialen Medien. Unter dem Stichwort #Twigo können sich die Gottesdienstbesucher und andere Internetnutzer bei Twitter, Facebook und Instagram einbringen. Sie sollen Gebete formulieren und können die Predigt kommentieren – auf einer großen Leinwand in der Kirche lässt Reimanns Team die Nachrichten einlaufen. „Sie werden direkt in den Gottesdienst einbezogen. Gebete werden vorgelesen, in der Predigt wird vielleicht auf kritische Kommentare eingegangen. Es ist eine andere Form von Gemeinschaft“, sagt der Informatiker.

Hürde ist geringer

Reimann praktiziert diese Gottesdienstform seit rund drei Jahren. Seine Erfahrung ist, dass es „häufig persönlicher zugeht als bei normalen Gottesdiensten“. „Die Hürde, während eines Gebets etwas von sich preiszugeben, ist geringer. Darin liegt eine Chance zur Begegnung“, sagt er.

Beteiligen sollen sich jedoch nicht nur junge Menschen. „Wir setzen auf alle Generationen, auch wenn uns bewusst ist, dass der Zugang für die Jüngeren einfacher ist“, sagt Reimann. Normale Gottesdienste werde das neue Format nicht ersetzen, ist der Mann aus dem Rheinland sicher. „Ich sehe das eher als Ergänzung, mit der wir vielleicht neue Zielgruppen ansprechen.“

Die Zahl evangelischer Christen in Deutschland sinkt seit Jahren. 2015 waren es bundesweit 22,3 Millionen, zehn Jahre zuvor lag die Zahl noch bei 25,4 Millionen. Ausgerechnet im Ursprungsland des Protestantismus hat die Kirche heutzutage die wenigsten Mitglieder: In Sachsen-Anhalt gehören nur 14,6 Prozent der Bevölkerung der Evangelischen Kirche an. Bundesweit ist der Schnitt mehr als doppelt so hoch.

Der Twittergottesdienst (#twigo) findet am Freitag, 18.30 Uhr, in der Magdeburger Wallonerkirche (Neustädter Straße 8) statt und wird auch live auf BibelTV übertragen.