Politik besteht aus Kompromissen – und die fallen der schwarz-rot-grünen Koalition bei der Novellierung des Kinderförderungsgesetzes offensichtlich schwer. Die Vorstellungen der drei Partner liegen auch nach wochenlangen Gesprächen weit auseinander. Für Familien, die schon lange auf Entlastungen bei den Kita-Beiträgen hoffen, ist das keine gute Nachricht.

Wichtiger als ein Schnellschuss ist jedoch Gründlichkeit. Die Unwuchten des Kinderförderungsgesetzes müssen beseitigt werden, ein weiteres Herumdoktern ist deshalb fehl am Platz. Wie schwer ein praktikabler Kompromiss jedoch wird, zeigt ein Blick auf die Positionen: Die Forderungen von CDU (einfachere Finanzierung), SPD (Eltern entlasten) und Grünen (mehr Qualität) sind schwer zusammenzubringen, wenn man nicht deutlich mehr Geld in die Hand nehmen will. Das Land gibt für die Kinderbetreuung bereits doppelt so viel aus wie im Jahr 2012. Wo ist die Grenze? Die Einigung in dieser Frage ist die Reifeprüfung für die Kenia-Koalition.