Magdeburg l Schaut man sich den Dürremonitor des UFZ (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung) an, zeigt die Karte des Gesamtbodens für den Norden von Sachsen-Anhalt tiefrote Farben, was für eine außergewöhnliche Dürre in dieser Region spricht. Und das, obwohl im Februar 2020 in Sachsen-Anhalt, laut Bericht des Deutschen Wetterdienstes, 80 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gefallen sind. Typisch im Februar für das Bundesland seien 33 Liter pro Quadratmeter.

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Wie ist das zu erklären? Dr. Andreas Marx, Klimaforscher am UFZ sagt: Die Karte des Gesamtbodens verdeutlicht, was in den unteren Erdschichten, in einer Tiefe von etwa 1,80 Meter, passiere. In der Tiefe, sei der Boden im Norden Sachsen-Anhalts, in Teilen der Altmark und des Landkreises Börde, sehr trocken.

Zwei heiße Sommer hintereinander

"Dies ist dem Niederschlagsdefizit der Jahre 2018 und 2019 geschuldet", erklärt der Experte. Der Wassermangel habe sich aufgebaut. Laut Deutschem Wetterdienst sind die Sommer 2018 und 2019 die zweit - und drittheißesten Sommer seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der heißeste war im Jahr 2003.

Zwar habe es im Februar viel geregnet, dies habe jedoch nicht ausgereicht, um die Wasservorräte in den tieferen Schichten aufzufüllen, sagt Marx. Es dauere Monate bis sich der Boden wieder erholt. Hinzu komme, dass die Erde in der Altmark relativ viele Sandanteile aufweist. Sandige Böden trocknen schneller aus.

Die Zeit, in der das Wasser in den Boden gehe, sei das Winterhalbjahr, berichtet der Klimaforscher. Da falle in der Regel der meiste Niederschlag und könne von der Erde gut aufgenommen werden.

Pflanzen haben Wasser

Bei den oberen Bodenschichten in dieser Region, hier werde eine Tiefe von 25 Zentimetern betrachtet, sei jedoch keine Trockenheit zu beobachten, erklärt Andreas Marx. Für das Pflanzenwachstum ist das oberflächennahe Wasser relevant. Für diese stehe im Oberboden im Moment ausreichend Wasser zur Verfügung. Die Saat, die die Landwirte gesät haben, gehe gut auf. Bis Ende des Monats werde jedoch kein Regen mehr erwartet. Im Moment zehre der Boden noch von den Niederschlägen im Februar, sagt Marx.

Wälder sind im Stress

Die Situation des trockenen Bodens in den unteren Schichten, verursache jedoch bei den Förstern ein Grauen, berichtet Marx. Denn, wenn es auch in diesem Jahr, also im dritten Jahr infolge, so trocken ist, wie in den vergangenen zwei Jahren, werde das zum Problem für die Bäume. Denn diese müssten Wasser aus einem großen Volumen ziehen können. Durch die Trockenheit sind die Wälder im Stress.

Neben dem Wassermangel komme noch hinzu, dass es im vergangenen Winter kaum Frost gab. Käferpopulationen wie Borkenkäfer oder Buchdrucker konnten durch Kälte nicht vernichtet werden. Daher starte der Wald nun mit einer relativ hohen Anzahl an Käfern. Die Förster haben bereits im Februar vermeldet, dass das Jahr 2020 für die Wälder - wie 2019 - wieder eine große Herausforderung werde.