Blaues Blut in Sachsen-Anhalt

Königin Beatrix der Niederlande eröffnet m April 2012 im Schloss Oranienbaum die niederländische Design-Schau „Dutch Design – Huis van Oranje“.

Königin Margarethe II. von Dänemark besucht im Mai 2015 die Schlosskirche zu Wittenberg. Im Oktober 2016 ist das Oberhaupt der Evangelisch-Lutherischen Volkskirche Dänemarks erneut dort und bringt als Geschenk einen Altarbehang mit.

Schwedens König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia besuchen im Oktober 2016 Wittenberg.

König Willem-Alexander und Königin Maxima der Niederlande statten im Februar 2017 Wittenberg und dem Bauhaus Dessau einen Besuch ab.

Prinz Charles, Schirmherr des Wörlitzer Parkes, pflanzt im Mai 2019 im Park einen Baum.

Magdeburg l Das belgische Königspaar auf den Spuren des Bauhauses, gestern in Thüringen, heute in Sachsen-Anhalt. So zieht sich der rote Faden durch den Besuch. Denn Verbindungsglied zwischen Belgien und dem Bauhaus ist ein Landsmann der Besucher, Henry van de Velde (* 3. April 1863, Antwerpen; † 25. Oktober 1957 Zürich). Er gilt als „Bauhaus-Wegbereiter und Grenzgänger der Moderne“. „Van der Velde hat viel in Thüringen bewegt. Da die weitere Geschichte des Bauhauses in Sachsen-Anhalt stattfand, war es folgerichtig, dass der König und die Königin auch Dessau besuchen“, sagt Sofie Schutyser von der Botschaft.

Vor dem Bauhaus wird das Königspaar Wittenberg besuchen: „Zum ersten Mal sucht ein Königspaar eines überwiegend katholischen Landes die Grabstätte Luthers auf.“ Insgesamt diene der Staatsbesuch dazu, „die guten Beziehungen zum Nachbarland zu vertiefen und die verschiedenen Bundesländer näher kennenzulernen“.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, der die Belgier am Alten Rathaus in Wittenberg empfängt, zum royalen Besuch: „Sachsen-Anhalt ist reich an Kultur und Geschichte. Unser Land ist zudem ein aufstrebender Wirtschaftsstandort, der ausländische Unternehmen anzieht. Ich freue mich, den beiden die Stätten der Reformation und das Bauhauserbe präsentieren zu können, aber auch den modernen Chemiepark in Leuna mit dem belgischen Unternehmen Domo.“

Wie viel Belgien steckt eigentlich in Sachsen-Anhalt?

  • 2017 erreichten die Exporte mit rund 679,3 Millionen Euro einen Höchstwert. 2018 waren es nur noch 654,2 Millionen. Hauptsächlich wurden chemische Vorerzeugnisse, Kunststoffe und Rohkautschuk exportiert. Bei den Exportländern belegte Belgien 2018 Platz 10.
  • 2018 wurden Waren im Wert von rund 967 Millionen Euro importiert. Eingeführt wurden hauptsächlich chemische Vorerzeugnisse, Kunststoffe sowie Erdöl und Erdgas. Im Ranking der Importländer belegte Belgien 2018 Platz 5.
  • Belgische Beteiligungen: Domo Caproleuna GmbH in Leuna, Coil GmbH in Bernburg, Solvay GmbH in Genthin und Bernburg, ThermHex Waben GmbH in Halle (Saale), RP Compounds GmbH in Schkopau, Recticel Automobilsysteme GmbH in Schönebeck. Seit 2000 haben geförderte belgische Unternehmen rund 100 Millionen Euro investiert und so 1600 Arbeitsplätze geschaffen beziehungsweise gesichert.
  • Im Wintersemester 2018/2019 studierten acht Belgier und vier Belgierinnen in Sachsen-Anhalt. Hinzu kommen sechs belgische Schüler. Zuletzt eingebürgert wurde 2015 eine Belgierin.