Halle (dpa) l Bei den Projekten zum Strukturwandel in den Braunkohleregionen sollte aus Sicht des Umweltverbandes Nabu der Naturschutz stärker berücksichtigt werden. Bislang fehle dieser Aspekt in Sachsen-Anhalts Vorschlägen zum Abschlussbericht der Kohlekommission völlig, kritisierte der Nabu-Landesvorsitzende Roland Schmidt am Dienstag. Ohne Beweidung und Entbuschung verliere die Landschaft vor Ort aber ihren Reiz. Zudem entstünden durch diese Maßnahmen neue Arbeitsplätze.

Schmidt nannte als Beispiel für die angeregten Projekte eine Förderung des Naturparks Saale-Unstrut-Trias-Land. Zudem könnten Naturschutzstationen ausgewiesen werden – etwa im Geiseltal, am Helmestausee, im Raum Salziger See/Tagebau Amsdorf oder im Revier Nachterstedt.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hatte in ihrem Abschlussbericht einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 vorgeschlagen. Die betroffenen Länder sollen Milliardensummen für den Strukturwandel bekommen. Welche Projekte damit umgesetzt werden können, ist noch offen. Sachsen-Anhalt hat eine Stabsstelle in der Staatskanzlei eingerichtet, um das weitere Vorgehen zu koordinieren. Zunächst muss erarbeitet werden, welche Projekte auf der langen Vorschlagsliste Priorität haben.