Magdeburg (dpa) l Gut befahrbahr, lückenlos und sicher: Sachsen-Anhalt will für mehr Radverkehr im Alltag das Wegenetz deutlich ausbauen. Für eine finale Ausarbeitung des aktuellen Netzentwurfs können Kommunen von Montag an Hinweise und Anregungen in das laufende Projekt "Landesradverkehrsnetz 2020" einbringen, sagte ein Sprecher des Magdeburger Verkehrsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Das Online-Beteiligungsverfahren stehe den Kommunen bis 27. November offen. "Land und Kommunen planen gemeinsam. Das dichte Wunschliniennetz kommt noch einmal auf den Prüfstand."

Ziel sei ein Netz von alltagstauglichen Radwegen, das Städte und deren Ortsteile sowie Dörfer verbindet – unter Berücksichtigung von Schul- und Verwaltungsstandorten und dem Bus-Bahn-Landesnetz. Vor allem auf dem Land stehe das Fahrrad für Alltagsmobilität und leiste einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge. "Im alltäglichen Radverkehr geht es nicht um weite Strecken. Es geht vielmehr um kurze Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Schule", sagte der Sprecher. Der größte Teil der Infrastruktur liege in kommunaler Hand.

Die Planung war im Dezember 2019 mit einer Bestandsaufnahme gestartet. Im ersten Entwurf ist den Angaben zufolge ein Landesradverkehrsnetz mit einer Gesamtlänge von fast 4500 Kilometern entstanden. Nun könnten Kommunen entlang der Netzlinien geplante Routen prüfen sowie Änderungsvorschläge und Angaben zur bereits vorhandenen Infrastruktur machen. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und der ADAC könnten Stellungnahmen abgeben, hieß es.

Im aktuellen Koalitionsvertrag hat die Landesregierung umfangreiche Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs mit dem Ziel verankert, neben dem touristischen Radverkehr auch den alltags- und freizeitrelevanten Radverkehr stärker zu bedienen.