Halle (dpa) l Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat bei einer Konferenz am Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) die Wirtschaftsförderung auch in ländlichen Gegenden verteidigt. Es gebe heute in Sachsen-Anhalt eine breite industrielle Basis, sagte er am Mittwoch. Dazu gehörten Chemieparks wie auch von Großstädten entfernt gelegene Firmen. Mit Blick auf Äußerungen von IWH-Präsident Reint Gropp sagte er, es sei wichtig, "miteinander, ohne Spitzen, gemeinsam Wege zu finden".

Der IWH-Chef war mit Aussagen zu der Studie des Instituts zum Thema "Vereintes Land – drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall" auf Kritik gestoßen. Er hatte sich dafür ausgesprochen, vor allem die Städte zu stärken, um die Wirtschaftskraft in Ostdeutschland zu steigern, statt Regionen.

Gropp betonte, dem Institut sei es mit der Studie darum gegangen, zu untersuchen, warum es auch 30 Jahre nach der Einheit zwischen Ost und West Unterschiede gebe. Dies habe nicht nur mit fehlenden Großunternehmen in Ostdeutschland zu tun. "Auch Unternehmen, die in Ost und West gleich groß und in der gleiche Branchen unterwegs sind, die gleiche Mitarbeiterzahl haben, auch da gibt es einen Produktivitätsunterschied von rund 20 Prozent."

Unterschiede zwischen ländlichen Regionen im Westen und ländlichen Regionen im Osten seien sehr viel kleiner als zwischen Städten wie Nürnberg und Leipzig. Das sei eine Erkenntnis für möglicherweise "andere Handlungsempfehlungen", sagte Gropp. Es sei wichtig, sich sachlich darüber auszutauschen.