Magdeburg (dpa) l Bessere Bezahlung, Aus- und Weiterbildung: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat vom Land Sachsen-Anhalt noch mehr Anstrengungen gefordert, um Lehrerinnen und Lehrer zu gewinnen. "Es bedarf einer konzertierten Aktion zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung. Die Situation ist so ernst, weil nach jetzigem Stand in den nächsten fünf Jahren kaum Änderungen eintreten werden", erklärte die GEW-Landesvorsitzende Eva Gerth am Dienstag in Magdeburg. Sie brachte den Landtagsfraktionen einen entsprechenden Gesetzentwurf mit.

Gerth wiederholte die Forderung, Grundschullehrerinnen und -lehrer besser zu bezahlen und zumindest Sekundarschullehrern gleichzustellen. Laut GEW besteht ein großer Konkurrenzdruck mit den anderen Bundesländern, weil viele schon mit einer besseren Bezahlung lockten, unter anderem Brandenburg. Dort erhalte eine fertig ausgebildete Grundschullehrerin 500 Euro brutto mehr als hierzulande. Zudem fordert die Gewerkschaft motivierende Maßnahmen wie Arbeitszeitkonten, damit die Pädagogen gegebenenfalls früher in Ruhestand gehen könnten.

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Gerth forderte auch eine bessere Ausbildung und Begleitung von Seiteneinsteigern. Viele fühlten sich überfordert, sie hätten ein ähnliches Unterrichtspensum wie voll ausgebildete Lehrkräfte. Seiteneinsteiger wendeten sich immer wieder an die GEW, teils würden sie in 3, 4, 5 Fächern eingesetzt, weil die Schulen Not hätten. Rund 30 Prozent verließen die Schulen wieder.

Die Gewerkschaftschefin erkannte an, dass Sachsen-Anhalt schon eine Menge tue mit dem Ziel, die Unterrichtsversorgung zu verbessern. Es gebe Zuschläge für Lehrer, die über die Altersgrenze hinaus arbeiten oder solche, die in entlegenen Regionen Dienst tun. Es gebe aber keine Zuschläge für Anwärter und Referendare so wie in Sachsen. Es müssten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass es in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern keinen Numerus Clausus mehr gebe.

Investitionen dringend notwendig

Und manchmal scheitert es laut der Gewerkschafterin an ganz praktischen Dingen: "An der Universität Halle sind am letzten Immatrikulationstermin circa 41 Bewerberinnen und Bewerber für das Fach Chemie wieder nach Hause geschickt worden. Zehn wurden genommen. 41 wurden nach Hause geschickt – einfach, weil Laborplätze fehlen." Da seien dringend Investitionen nötig. Man dürfe Bewerber nicht einfach ziehen lassen. Sachsen-Anhalt hatte zuletzt 900 Lehrerstellen ausgeschrieben. Wie viele besetzt werden konnten, ist noch nicht bekannt.

Für das kommende Jahr erwartet die GEW eine Unterrichtsversorgung von 95 Prozent. Das heißt, es bleibt keine Reserve für Krankheitsfälle, Elternzeiten oder Weiterbildungen. Unterrichtsausfälle sind somit unvermeidlich. Die Entwicklung an unterschiedlichen Schulformen variiere aber.