Bernburg l Im Arbeitskampf an den Ameos-Kliniken im Salzlandkreis und in der Börde hat die Ameos-Geschäftsführung bei einem Gespräch mit dem Landrat des Salzlandkreises, Markus Bauer (SPD), und den Betriebsräten Gesprächsbereitschaft bei den Inhalten des sogenannten Zukunftspaketes signalisiert. Ameos bot seinen Mitarbeitern neun Prozent mehr Lohn bis 2024 und Sonderzahlungen mit Kündigungsschutz an. „Wir können über die Entgelthöhe reden, über den Zeitpunkt der Umsetzung und auch über die Höhe der nötigen Unterschriften“, sagte der Regionalgeschäftsführer Lars Timm.

85 Prozent der Angestellten sollten unterschreiben. Bedingung: Die Gespräche mit dem Betriebsräten finden ohne Gewerkschaften statt. „Wir gehen von einer Einigung bis Mitte Februar aus“, so Timm. Bis dahin gibt es einen Kündigungsstopp. Die bisher erfolgten Kündigungen sollen zudem geprüft werden.

Die Betriebsräte der Krankenhäuser Aschersleben-Staßfurt, Schönebeck und Bernburg sind jetzt dazu aufgerufen, Betriebsversammlungen in der nächsten Woche abzuhalten. Geben die Beschäftigten grünes Licht für Gespräche mit der Geschäftsführung ohne Gewerkschaften, werden weitere Gespräche stattfinden.

Wird der Ameos-Vorschlag aber abgelehnt – was zu erwarten ist – ist in den nächsten Wochen ein Erzwingungsstreik sehr wahrscheinlich. Dieser wäre dann unbefristet. Vorher wird Verdi dazu eine Urabstimmung durchführen. Sollten die Streiks wieder aufgenommen werden, droht Ameos 800 Beschäftigte zu entlassen.