Naumburg (dpa) l Die monatelange Suche nach einem neuen Eigentümer für das insolvente Burgenlandklinikum hat ein Ende. Das bisher kommunale Krankenhaus mit Standorten in Naumburg und Zeitz wird von der frei-gemeinnützigen SRH-Gruppe übernommen, wie der Burgenlandkreis am Donnerstag mitteilte. Die letzten Verhandlungen hatten sich bis in die Nacht hingezogen. Beide Krankenhäuser sollen demnach erhalten bleiben. Betroffen sind rund 1500 Beschäftigte.

"SRH hat uns zugesichert, die Gesundheitsversorgung für die Bürger im ländlichen Raum zu sichern und dabei eng mit dem Burgenlandkreis [...] zusammenzuarbeiten", sagte Landrat Götz Ulrich (CDU) laut Mitteilung. Der neue Träger übernehme beide Standorte mit bisher 750 Betten. "Mit diesem Ergebnis haben wir eine akzeptable Lösung für die medizinische Krankenhausversorgung im Burgenlandkreis erzielt."

SRH gehört zu einer gemeinnützigen Stiftung aus Heidelberg und betreibt in der Nähe unter anderem ein Krankenhaus im ostthüringischen Gera sowie eine Reha-Klinik in Magdeburg.

Entscheidung über Personal steht aus

Das Burgenlandklinikum äußerte sich zunächst nicht zur Übernahme. Ein Sprecher kündigte Details im Laufe des Tages an. Das Klinikum hatte im September wegen finanzieller Schwierigkeiten Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Seither wird versucht, den Betrieb wirtschaftlicher aufzustellen und einen neuen Träger zu finden.

Wie viel Personal künftig im Burgenlandklinikum arbeitet und welche Stationen bleiben, war zunächst offen. Die Klinikleitung hatte zuletzt angedeutet, dass für eine erfolgreiche Sanierung "weitere Anpassungen auf Personal- und Sachkostenebene erforderlich" seien.

Neben SRH hatte sich auch der private Klinik-Konzern Ameos um eine Übernahme bemüht. Er steht wegen seines Umgangs mit den Mitarbeitern in der Kritik. Derzeit versuchen Beschäftigte an mehreren Standorten eine bessere Bezahlung und einen Tarifvertrag mit unbefristeten Streiks durchzusetzen. Ameos lehnt Tarifverhandlungen bisher ab.

"Eine Privatisierung an Ameos, die an anderer Stelle im Land sogar mit Klinikschließungen drohen, hätte für große Verunsicherung gesorgt und wäre ein fatales Signal gewesen", teilte die Chefin der SPD im Landtag, Katja Pähle, mit. Sie begrüßte den Verkauf an SRH als "eine wirklich gute Nachricht".

Debatte über Privatisierungen bleibt

Die Insolvenz wurde landesweit beobachtet und diskutiert. Bei vielen Krankenhäusern ist die Situation angespannt. Zwischenzeitlich wollte die Uniklinik Halle gemeinsam mit dem Burgenlandkreis das Klinikum übernehmen – und es damit in öffentlicher Hand halten. Doch Anfang des Jahres zogen sich die Hochschulmediziner zurück. Die Debatte über Klinikprivatisierungen und stärkere Kooperationen blieb.

Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) warb zuletzt dafür, über die landeseigene Investitionsbank Kredite in Höhe von 700 Millionen Euro aufnehmen soll, um Investitionen in Krankenhäusern zu finanzieren. Die derzeit bereitgestellten Mittel wurden in den vergangenen Jahren mehrfach als zu niedrig kritisiert. Finanzminister Michael Richter und seine CDU lehnen das Programm bisher ab. "Fordern ohne Plan geht nicht", sagte Richter der "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstag). "Wir brauchen vorher ein Konzept, wo weiter eine medizinische Grundversorgung vorgehalten und wo spezialisiert werden sollte."