Berlin (dpa) | In Sachsen-Anhalt sollen zehn Kliniken eine Finanzspritze von den Krankenkassen bekommen, um die Notfallversorgung fern der Großstädte abzusichern. Für jede der Kliniken gebe es jeweils 400.000 Euro, wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) am Montag in Berlin mitteilte. Damit fließen vier Millionen der bundesweit 48 Millionen Euro nach Sachsen-Anhalt. Allein zwei Millionen Euro kommen der besonders dünn besiedelten Altmark zugute.

So bekommt das Johanniter-Krankenhaus in Stendal den Bonus sowohl für seine Notfallversorgung als auch noch einmal für die Geburtshilfe in der Frauenklinik. Auch die Kliniken in Salzwedel, Seehausen und Gardelegen wurden laut GKV ausgewählt. Zudem soll der Bonus an das Evangelische Krankenhaus in Wittenberg sowie Häuser in Sangerhausen, Oschersleben, Haldensleben und Havelberg gehen.

Liste ändert sich jährlich

Die pauschalen Zuschläge sollen ab nächstem Jahr an bundesweit 120 Kliniken gehen, die dringend gebraucht werden, um Notfälle versorgen oder eine Geburtshilfe anzubieten. Hintergrund ist, dass gerade in dünn besiedelten Regionen die Zahl der Patienten nicht reicht, um die laufenden Kosten zu decken. Da eine Schließung dieser Häuser zu lange Wege für akute Krankheitsfälle, Unfallopfer oder Gebärende bedeuten könnte, soll die Pauschale den Fortbestand sichern. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung (Montag) berichtet. Die Liste der Kliniken, die einen Zuschlag bekommen, soll jährlich neu festgelegt werden, hieß es.