Dessau-Roßlau (dpa) l Nach Rekordwerten in den vergangenen Wochen und Monaten flaut die Grippewelle in Sachsen-Anhalt ab. In der vergangenen Woche wurden noch 2084 Neuinfektionen registriert – weniger als halb so viele wie in der Woche zuvor, wie das Landesamt für Verbraucherschutz am Montag mitteilte. Die Meldedaten deuteten auf ein Nachlassen der Influenza-Aktivität hin, hieß es.

Insgesamt 53 Menschen starben bislang an den Folgen der Grippe. Nach Behördenangaben handelte es sich um 28 Frauen und 25 Männer im Alter von 20 bis 94 Jahren. Damit liegt die Zahl der Todesopfer bereits jetzt mehr als doppelt so hoch wie in der Vorsaison. Von September 2016 bis Mai 2017 waren 22 Menschen an der Influenza gestorben.

Die Grippesaison verlief in diesem Jahr besonders heftig. Den neuen Zahlen zufolge wurden seit Beginn der Saison im vergangenen September 23.602 Grippefälle registriert. In der gesamten Saison 2016/2017 waren es gerade einmal rund 9100 Erkrankungen.

Grund für das in diesem Jahr besonders heftige Ausmaß der Grippe ist den Behörden zufolge vor allem der Typ des verbreiteten Virus. Das Gros der Erkrankungen geht auf den Virustyp Influenza B zurück. Von diesem Erreger sind auch Kinder und Jugendliche häufig betroffen. In Kindergärten und Schulen, wo regelmäßig große Gruppen zusammenkommen, ist die Ansteckungsgefahr demnach besonders groß. Auch in vielen Betrieben erreichte der Krankenstand neue Höchststände.

Ihren Höhepunkt erreichte die Grippewelle in Sachsen-Anhalt in der zehnten Kalenderwoche (5. bis 11. März), als fast 5000 Neuerkrankungen registriert wurden. Besonders stark betroffen waren in diesem Jahr der Süden und Osten des Landes, wie sich auch aus den neuesten Zahlen der vergangenen Woche ablesen lässt: In Wittenberg gab es 261 Influenza-Befunde, in Halle 259 und im Saalekreis 206.