Magdeburg l Am Sonnabend (27. April) lieferten sich drei 15-jährige Jugendliche in Magdeburg mit einem Auto eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei. Die Beamten folgten dem Wagen, weil die Kennzeichen als gestohlen gemeldet worden waren. Auf der Flucht rammten die Jugendlichen ein parkendes Auto. Schließlich stießen sie mit zwei weiteren Autos zusammen und versuchten, zu Fuß zu flüchten. Die Polizei konnte die drei Jungen wenig später stellen.

Erst vor wenigen Tagen wurde ein Opel entdeckt, der zuvor bei einem riskanten Überholmanöver auf der Kreisstraße 1301 in Richtung Egeln (Salzlandkreis) mit einem entgegenkommenden Lkw zusammengestoßen war. Der Fahrer hatte Gas gegeben und später mehrere Bäume gerammt. Der Unfallverursacher war zu Fuß geflüchtet. Die Ermittlungen ergaben, dass die Kennzeichen nicht zum Opel gehörten.

Deutschlandweit verschwinden jährlich rund 100.000 Kfz-Kennzeichen. Warum der Kennzeichen-Klau umgeht, weiß Andreas von Koß vom Landeskriminalamt: „Außergewöhnliche Kombinationen werden gerne als Souvenirs gestohlen. Doch meist stehen ganz handfeste Motive dahinter.“ So gebe es einen deutlichen Zusammenhang zwischen steigenden Benzinpreisen und dem Anwachsen von Kennzeichendiebstahl. Täter tanken an der Kasse vorbei. Aufgrund des falschen Nummernschilds sind sie kaum zu identifizieren.

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Tüv-Betrug weit verbreitet

Auch Tüv-Betrug ist weit verbreitet. Die Masche: Eine fremde Prüfplakette wird abgelöst und auf das eigene Kennzeichen geklebt. So kommt man ohne großen finanziellen Aufwand durch die Hauptuntersuchung. Kein Geheimnis ist zudem, dass geknackte Autos mit gestohlenen Schildern ins Ausland geschafft werden. Begünstigt wird der Diebstahl durch die Plastehalterungen. „Für Diebe ist es Sekundensache, diese aufzubrechen“, sagt von Koß. Er rät, die Kennzeichen anzuschrauben.

Diebstahlsopfer sollten den Fall sofort anzeigen und sich umgehend eine neue Nummer besorgen. Denn Fahren ohne Kennzeichen kostet 70 Euro und einen Punkt. Für ein neues Kennzeichen muss man 35 Euro Verwaltungsgebühr, rund 25 Euro für das Prägen und 35 Euro für die neuen Papiere auf den Tisch legen.