Kriminalität verlagert sich durch Corona ins Internet

Magdeburg (dpa/sa) - Seit der Corona-Krise arbeiten, lernen und shoppen die Sachsen-Anhalter nicht nur häufiger online - sie werden auch öfter im Internet Opfer von Verbrechen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Innenminister Michael Richter (CDU) am Montag in Magdeburg vorstellte. Demnach gingen im Vorjahr sowohl die Wohnungseinbrüche als auch die Ladendiebstähle deutlich zurück, was das Innenministerium unter anderem mit den Beschränkungen im Einzelhandel begründet und der vielen Zeit, die die Menschen während der Krise zu Hause verbracht haben.
Einen deutlichen Anstieg verzeichnete die Polizei hingegen bei Fälschungs- und Betrugsdelikten sowie bei der Verbreitung von Pornografie - in beiden Bereichen wurde ein Großteil der Verbrechen online begangen. Insgesamt registrierte die Polizei in 15 286 Fällen als "Tatmittel" das Internet - ein Plus von 390 verglichen mit 2019.
Einen deutlichen Anstieg registrierte das Innenressort außerdem bei der Gewalt in engen sozialen Beziehungen wie Ehen und Partnerschaften sowie Ex-Ehen und Ex-Partnerschaften. Die Fallzahl stieg hier von 4048 im Jahr 2019 auf 4438 im vorigen Jahr. Ob und wie das mit der Corona-Krise zusammenhängt, lasse sich aber nicht sagen. Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern wurden 2020 insgesamt 506 Mal angezeigt und damit acht Mal weniger als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen ging von 293 auf 241 zurück.
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