Barleben (os) l Zu den Misshandlungsvorwürfen in der Kinderkrippe „Jenny Marx“ in Barleben laufen weiterhin Gespräche und Ermittlungen, informierte am Freitag Thomas Zaschke, Pressesprecher der Gemeinde Barleben, auf Nachfrage. Zwei Mitarbeiterinnen werden „unpädagogisches Verhalten“ sowie „unzulässige Strafmaßnahmen“ gegenüber Kindern vorgeworfen, so die offizielle Mitteilung der Gemeinde.

Unterdessen wurde aus Elternkreisen bekannt, über welche konkreten Vorwürfe die Eltern auf Versammlungen in dieser Woche informiert wurden. Danach sollen Kinder, die zu langsam gegessen haben, an den Hinterkopf geschlagen worden sein. Andere Kinder, so der Vorwurf, wurden allein in Räume gesperrt, wenn sie nicht artig waren. In einem Fall soll ein Kind an den Beinen hochgehoben und aus etwa einem halben Meter Höhe fallengelassen worden sein, weil es nicht schlafen wollte.

Die Kita „Jenny Marx“ in Barleben wird von 70 Kindern besucht, die zwischen 0 und 3 Jahren alt sind. Bekannt gemacht hat die Vorgänge eine Horterzieherin der Grundschule von Barleben, die vertretungsweise wegen Personalnot in der Krippe tätig war. Diese Frau habe die angeblichen Misshandlungen über vier Tage protokolliert und schließlich die Leiterin der Einrichtung informiert. Diese wiederum erstattete Anzeige, nachdem sie mit den beschuldigten Erzieherinnen gesprochen hatte. Wenige Tage vor den Vorfällen gab es in der Leitung der Krippe einen Personalwechsel. Seit dem 1. März wird die Einrichtung von Isabelle Maahs geleitet. Ihre Vorgängerin, die in dieser Funktion langjährig tätig war, ging in Rente.