Landes-SPD will Doppelspitze: Sonderparteitag geplant
Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Sozialdemokraten wollen nach dem Vorbild ihrer Bundespartei künftig von einer Doppelspitze geführt werden. Es wird am 31. August einen Sonderparteitag geben, um die rechtlichen Voraussetzungen für ein Führungsduo zu schaffen, wie die Landes-SPD am Donnerstag mitteilte. Eine Doppelspitze biete die Möglichkeit, Aufgaben, Arbeit und Verantwortung besser zu verteilen, erklärte der amtierende Landeschef Burkhard Lischka.
Der 54-Jährige wird dem künftigen Führungsduo nicht angehören. Er bleibe auch unter den neuen Voraussetzungen dabei, im Januar den Vorsitz nach vierjähriger Amtszeit abzugeben, sagte er. Stattdessen wolle er die beiden Kandidaten unterstützen, die bereits offiziell von ihren Ortsverbänden nominiert wurden. Lischka gibt nach der Sommerpause sein Bundestagsmandat ab und will als Notar arbeiten.
Bewerber für Lischkas Nachfolge können sich bis zum Sonderparteitag melden, wie ein Parteisprecher sagte. Bereits offiziell im Rennen sind der Landtagsabgeordnete Andreas Schmidt und die Pfarrerin Juliane Kleemann. Sie treten einzeln an. Anders als bei der Bundespartei sei es nicht möglich, direkt als Duo zu kandidieren, so der SPD-Sprecher. Es sollen ein Mann und eine Frau gewählt werden. Ab September sollen sich alle Kandidaten bei Regionalkonferenzen vorstellen. Danach ist eine Mitgliederbefragung geplant und schließlich ein Parteitag im Januar.
Damit gilt für die Landes-SPD ein ähnlicher Zeitplan wie im Bund: Nach dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles läuft bis zum 1. September die Bewerbersuche für eine künftige Doppelspitze. Hier sind auch Bewerbungen von Duos möglich. Nach einer Mitgliederbefragung soll im Dezember auf einem Parteitag gewählt werden.