Burg l Sachsen-Anhalts Linke hat am Sonnabend auf einem Landesparteitag in Burg (Jerichower Land) Stefan Gebhardt zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Der 45-Jährige erhielt 89 Ja-Stimmen. 24 Delegierte stimmten gegen ihn, 15 enthielten sich.

Der bisherige Landesvorsitzende Andreas Höppner hatte nach zwei Jahren im Amt nicht mehr kandidiert.

Gebhardt betonte in seiner Rede, dass die Partei eine bessere politische Koordination, mehr Verbindlichkeit und eine vorausschauende Planung brauche. Junge Menschen müssten mehr gefördert werden.

Gebhardt sagte, dass „in Gestalt der AfD, die ideologisch der rechtsextremen Gewalt in Deutschland den Boden bereitet, die Gefahr eines neuen Faschismus besteht". Dieser Gefahr müsse die Linke ohne Schonung ins Auge blicken. „Sie wird nicht eines Tages verschwinden oder zur Vernunft kommen, denn der Faschismus ist ein Feind der Vernunft."

Die Landtagsabgeordnete Henriette Quade sagte: „Die AfD ist eine faschistische Partei. Sie steht weit außerhalb jeglicher demokratischer Werte. Ihr Hauptfeind ist eine offene, freie Gesellschaft." Die sachsen-anhaltische CDU müsse klären, „ob sie Faschisten den Weg bereiten will". Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, sagte, die große Koalition in Berlin befinde sich im „totalen Chaoszustand". Und: „Wir müssen die SPD aus der Umklammerung der SPD befreien." Sonst gehe es mit den Sozialdemokraten weiter bergab.

Linke gut aufgestellt

Mit Blick auf die eigene Partei sagte er, konzeptionell sei die Linke gut aufgestellt, es gebe aber ein Handlungsdefizit. „Wir brauchen Aufbruch, Leidenschaft, Herz, Selbstbewusstsein und Neugierde", betonte der Bundestagsabgeordnete. Dann komme die Linke auch wieder in die Erfolgsspur.

Der Parteitag beschloss mit großer Mehrheit einen Leitantrag. Darin heißt es unter anderem, dass die Linke bei der Landtagswahl im Jahr 2021 ein Ergebnis von mehr als 20 Prozent erzielen wolle. Dazu müssten die Kompetenzen der Partei stärker herausgearbeitet werden, insbesondere die Ostkompetenz oder der Einsatz für soziale Gerechtigkeit.

Die Linke hat in Sachsen-Anhalt rund 3600 Mitglieder.

Kommentar zum Thema: Angebot an SPD und Grüne