Ausbildungsstart in Sachsen-Anhalt

1700 Azubis beginnen Ausbildung im Handwerk

Mehr junge Leute als noch im vergangenen Jahr beginnen am 1. August eine Ausbildung im Handwerk in Sachsen-Anhalt. Aus Sicht der Kammern ein gutes Signal. Doch die Branche könnte deutlich mehr Plätze anbieten und fordert Unterstützung von der Politik.

Von Alexander Walter
Ein Lehrling bei der Arbeit an einer Werkbank. Die Betriebe in Sachsen-Anhalt suchen trotz eines Aufwärtstrends bei den Ausbildungsverträgen weiter nach Bewerbern für eine Ausbildung im Handwerk.
Ein Lehrling bei der Arbeit an einer Werkbank. Die Betriebe in Sachsen-Anhalt suchen trotz eines Aufwärtstrends bei den Ausbildungsverträgen weiter nach Bewerbern für eine Ausbildung im Handwerk. picture alliance/dpa

Magdeburg - Wenn am Montag das neue Ausbildungsjahr startet, beginnen 1659 junge Leute eine Ausbildung im Handwerk in Sachsen-Anhalt. 832 sind es im Kammerbezirk Magdeburg, 827 im Süden des Landes.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutliches Plus. Damals waren es noch 824 im Landesnorden und nur 607 im Kammerbezirk Halle. „Die Erfahrung zeigt, dass in den kommenden Wochen noch Verträge hinzukommen“, sagte Thomas Keindorf Präsident der Handwerkskammer Halle.

Dennoch könnte das Handwerk im Land noch deutlich mehr Azubis ausbilden. „In allen Gewerken und Regionen gibt es derzeit freie Ausbildungsplätze. Das Problem ist, Azubis zu finden“, sagte Hagen Mauer, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg am Freitag. Viele Jugendliche seien verunsichert, ob Ausbildung unter Corona-Bedingungen überhaupt stattfinden kann. Oft fehlten Informationen und auch echte Erfahrungen, wie sie unter normalen Umständen etwa durch Praktika möglich seien. Das erschwere die Anbahnung von Azubi-Verträgen. In den kommenden Wochen müssten Betriebe und Ausbildungsinteressierte daher zusammengebracht werden, um die Lage noch zu verbessern.

Einer, der ab 1. August zwei neue Azubis ausbildet, ist Dennis Walter, Dachdeckermeister des Unternehmens „Walter Dach & Bau“ in Nachterstedt mit derzeit elf Beschäftigten und drei Lehrlingen. „In Anbetracht des massiven und sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels habe ich mich entschieden, verstärkt auf die Ausbildung zu setzen“, sagte Walter am Freitag. Er vermittle seinen Lehrlingen, dass es sich lohne, für eine Sache zu kämpfen und zu lernen. Um seine Azubis an den Betrieb zu binden, setzt der Meister auch auf Anreize wie Leistungsprämien, Führerschein-Unterstützung oder das Azubi-Ticket.

Kammerpräsident Mauer forderte, dass das Azubi-Ticket, ebenso wie die Praktikumsprämie, auch in Zeiten klammer Kassen unbedingt bestehen bleiben müsse. Beide Angebote würden stark nachgefragt und hätten sich als wichtige Instrumente im Azubi-Marketing etabliert. Fielen sie weg, sei zu befürchten, dass sich der Fachkräftemangel weiter verschärft, sagte Mauer.