Deutsches Jugendinstitut

Sachsen-Anhalt braucht Tausende neue Ganztagsplätze

Von dpa 19.10.2021, 06:23
ARCHIV - 29.02.2012, Baden-Württemberg, Mannheim: Grundschüler sind in einem Hort mit Bastelarbeiten beschäftigt. Ab 2026 wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule schrittweise eingeführt - so haben es Bundestag und Bundesrat im September beschlossen. (Zu dpa "Studie: Ganztagsbetreuung für Grundschüler besser als angenommen") Foto: picture alliance / dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 29.02.2012, Baden-Württemberg, Mannheim: Grundschüler sind in einem Hort mit Bastelarbeiten beschäftigt. Ab 2026 wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule schrittweise eingeführt - so haben es Bundestag und Bundesrat im September beschlossen. (Zu dpa "Studie: Ganztagsbetreuung für Grundschüler besser als angenommen") Foto: picture alliance / dpa +++ dpa-Bildfunk +++ dpa

Magdeburg/München (dpa/sa) - Laut dem Deutschen Jugendinstitut müssen an den Schulen in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren zwischen 4500 und 10 400 neue Ganztagsplätze geschaffen werden. Das ergeben Berechnungen einer Studie, die das Institut zu Wochenbeginn vorstellte. Die zusätzlichen Plätze entsprechen einem Ausbau des bisherigen Ganztagsangebots um 8 bis 19 Prozent. Der Ausbaubedarf liegt damit - wie allgemein in den ostdeutschen Bundesländern - deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 31 bis 42 Prozent.

Für den Ausbau müssten laut Jugendinstitut bis zum Schulstart im Herbst 2029 zwischen 200 und 600 neue Vollzeitstellen geschaffen und 97 bis 177 Millionen Euro investiert werden. Dazu kämen zusätzliche jährliche Betriebskosten von 12 bis 45 Millionen Euro im Schuljahr 2029/2030.

Momentan kann Sachsen-Anhalt seinen Bürgern laut der Studie ein ordentliches Ganztagsangebot bieten: Fast neun von zehn Familien, die in den vergangenen Jahren einen Ganztagsplatz beantragt haben, haben demnach diesen Platz auch bekommen. Allerdings rechnet das Jugendinstitut damit, dass der Bedarf in den kommenden Jahren steigen wird.

Bundesweit fehlen nach den Angaben des Instituts bis 2029 rund 600 000 Ganztagsplätze. Besonders großer Bedarf besteht in den westdeutschen Flächenländern.