Waldschäden

Streit zwischen Umweltministerium und Harzkreis

Von Alexander Walter

Magdeburg

Der Rückzug aller Landesbediensteten von der Mitarbeit in einem „Krisenstab Wald“ im Harzkreis durch Umweltstaatssekretär Klaus Rehda (Grüne) sorgt für Ärger zwischen Ministerium und dem Harzer CDU-Landrat Thomas Balcerowski.

„Ich finde es extrem unsouverän, dass das Ministerium diesen Schritt vollzogen hat“, sagte Balcerowski am Freitag der Volksstimme. Bei seinem Amtsantritt am 1. November hatte Balcerowski den Krisenstab ins Leben gerufen. Anlass war der Zustand der Wälder im und um den Harz. Nach Kreisangaben wurden kreisweit bis Ende 2020 allein im Nadelwald (ohne Nationalpark) 15.800 Hektar Kahlflächen gemeldet. Es handele sich um eine katastrophale Situation, sagte Balcerowski.

Der Krisenstab, in dem neben privaten und kommunalen Waldbesitzern wie der Stadt Wernigerode, dem Harzer Tourismusverband und dem Harzklub auch Vertreter der staatlichen Forstverwaltung vertreten sind, sollte laut Balcerowski alle Akteure an einen Tisch bringen und Lösungsstrategien entwickeln.

Das Ministerium bestätigte der Volksstimme am Freitag den Rückzug der Landesbediensteten von einem Pressetermin am kommenden Dienstag sowie aus dem Krisenstab insgesamt.

Streitpunkt ist demnach ein „Forderungskatalog“ an die Politik, den Balcerowski im Namen des Krisenstabs vorstellen wollte. „Bei der Mitarbeit der Landesbediensteten ging es um eine fachliche Unterstützung“, sagte Ministeriumssprecherin Jenny Schwarz. Mit einem Forderungskatalog werde die Auseinandersetzung nun aber politisch geführt. Landesbedienstete könnten dienstrechtlich indes keinen Forderungskatalog an ihren Dienstherren richten.

Unabhängig davon, sei sich die Landesregierung der Lage der Waldbesitzer nach den Extremwetterschäden der vergangenen Jahre bewusst. Man habe alle Möglichkeiten genutzt, um fachliche und finanzielle Unterstützung zu leisten, ergänzte die Sprecherin. Der Waldbesitzerverband hatte die zur Verfügung gestellten Forsthilfen erst diese Woche erneut als nicht ausreichend kritisiert.

Landrat Balcerowski sprach mit Blick auf den Rückzug der Landesbediensteten aus dem Krisenstab am Freitag von einem „Schlag ins Gesicht“ für alle Beteiligten des Gremiums.