Magdeburg (dpa) l Die Badesaison steht vor der Tür, doch in Sachsen-Anhalt fehlen vielerorts Rettungsschwimmer. Vor allem in den ländlichen Regionen gebe es Bedarf, sagte Holger Friedrich, Geschäftsführer des Landesverbands der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Zwar sei die Zahl der Rettungsschwimmer zuletzt leicht gestiegen. Den wachsenden Bedarf decke das aber nicht. Dabei würden nicht nur Ehrenamtliche gesucht. Es gebe in einigen Kommunen auch Arbeitsverträge.

Auch bei der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Sachsen-Anhalt fehlen Rettungsschwimmer. Zwar seien in jüngster Zeit mehr Rettungsschwimmer ausgebildet worden, sagte Landesgeschäftsführer Carlhans Uhle. Die Zahl der tatsächlich zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte sei jedoch rückläufig.

Durch den Mangel bestehe sogar für einzelne Freibäder die Gefahr, nicht öffnen zu können. In Städten wie Magdeburg oder Halle stehe hauptamtliches Fachpersonal zur Verfügung, sagte Uhle. Das sei in Gemeinden und Ortschaften auf dem Land aber nicht immer so.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Sommer, Rettungsschwimmer-Ausbildungen finden bei der DLRG laufend statt. In der gesamten Saison würden etwa 800 ehrenamtliche Rettungsschwimmer des Landesverbands zum Einsatz kommen, sagte Geschäftsführer Friedrich. Allerdings werden viele von ihnen zum zentralen Wasserrettungsdienst an die Ost- und Nordsee entsendet. Genaue Zahlen, wie viele Rettungsschwimmer in den Kreisverbänden des DRK einsatzbereit sind, liegen laut Landesgeschäftsführer nicht vor.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Badetoten in Sachsen-Anhalt nach DLRG-Angaben zurückgegangen. Demnach ertranken 15 Menschen, 2016 waren es 23. Damit lag Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich im Mittelfeld. In ganz Deutschland gab es im vergangenen Jahr mindestens 404 Todesfälle durch Ertrinken.

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