Magdeburg (dpa/os) l Die Zahl der Bibliotheken hat in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen, wie der Deutsche Bibliotheksverband Sachsen-Anhalt auf Nachfrage mitteilte. Im Jahr 2018 gab es nach Verbandsangaben 186 öffentliche Bibliotheken im Land. 2010 waren es noch 233. Die Zahl der Besucher sei allerdings weitgehend stabil geblieben. 2010 kamen 1,94 Millionen Menschen in die Häuser, 2018 waren es 1,98 Millionen Besucher.

Die Arbeit in den öffentlichen Bibliotheken des Landes habe sich stark verändert, sagte Cornelia Poenicke vom Verband. Poenicke leitet eine der wichtigsten Bibliotheken im Land – die 1525 gegründete Stadtbibliothek Magdeburg. „Es reicht nicht mehr, Medien ins Regal zu stellen“, so Cornelia Poenicke.

Kultureller Treffpunkt

Immer wichtiger werde es, Bibliotheken zum kulturellen Treffpunkt zu entwickeln. Veranstaltungen wie etwa Lesungen zu organisieren. „Das Motto müsse lauten: Weniger Regale, mehr Begegnung“, so Poenicke. Während städtische Bibliotheken wie Magdeburg sogar steigende Besucherzahlen verzeichnen, hätten ländliche Bibliotheken mit schrumpfenden Einwohnerzahlen zu kämpfen. Als freiwillige Leistung der Kommunen drohe den Einrichtungen die Schließung, wenn das Geld knapp werde.

Erfreulich sei, dass vor allem Kinder wieder mehr lesen würden. Die Zahlen der ausgeliehenen Kinderbücher steige, sagte Poenicke. Besonders wichtig sei, auf die Leseförderung einzugehen. 2018 gab es 8940 Veranstaltungen in den öffentlichen Häusern, davon rund 5550 für Kinder.