Magdeburg l Für viele Menschen ist das Älterwerden keine Lust, sondern eine Last – verbunden mit großen Ängsten vor Verarmung, Vereinsamung, Gebrechlichkeit oder gar Pflegebedürftigkeit. Aus Erfahrung kann Antje Ludwig, Presse-Referentin des Paritätischen in Sachsen-Anhalt, sagen: „Selbstbestimmung und Teilhabe sowie niemandem zur Last fallen wollen – das sind die Wünsche, die Senioren immer wieder äußern, wenn sie gefragt werden, wie sie sich ein Leben im Alter vorstellen."

Dass Altwerden nichts für Feiglinge ist, wie selbst die Schauspielerinnen Mae West und Zsa Zsa Gabor feststellen durften, ist allerdings kein Problem, solange es Initiativen und ehrenamtliches Engagement gibt, die Mut und Lust auf ein lebenswertes Leben im Alter machen. Sieben solcher „Mutmacher-Projekte" wurden im Rahmen der diesjährigen Spendenaktion „Leser helfen" in der Volksstimme vorgestellt. „Ich war überrascht, wie viele Menschen sich doch von diesem Thema und den Geschichten zu den Projekten direkt angesprochen fühlten, sonst hätten nicht so viele gespendet", erklärte Ludwig mit Blick auf die stattliche Zahl von Spendern (821) und eine Gesamtsumme von 37 710,57 Euro – das waren deutlich mehr als in den beiden Jahren zuvor (33 753 €/34 041 €).

Demenzgarten samt Hochbeet

Bei der Abschlussveranstaltung am Dienstag in der AlzheimerGesellschaft Sachsen-Anhalt in Magdeburg kamen noch einmal Vertreter aller von der Volksstimme und dem Paritätischen gemeinsam ausgewählten Projekte bei Kaffee und Kuchen zusammen. Am Ende wurde das Geheimnis um die Höhe der Gesamtspende gelüftet und verkündet, welchem Projekt wie viel Geld zugute kommt. Überall gab es so strahlende Gesichter wie bei Gastgeberin Jeannette Böhm. Die Leiterin der Tagesstätte für Demenzkranke durfte sich über 7000 Euro freuen: „Wahnsinn, so viel?! Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Da werden sich unsere Tagesgäste aber freuen. Allen voran unser ,Kräuter-Jochen‘, der es kaum erwarten kann, dass es Frühling wird und er loslegen kann."

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Der Senior ist einer von 15 Demenzkranken, die in dem ehemaligen Pfarrhaus im Stadtteil Diesdorf tagsüber betreut werden und ein ausgemachter Kräuter-Experte. Auf seine Initiative hin wurde ein Demenzgarten samt Hochbeet in Angriff genommen, an dem alle selbst Hand anlegen können. Böhm: „Jetzt können wir ein zweites Hochbeet anlegen, Obststräucher kaufen und haben sogar noch Geld übrig für den geplanten Pavillon."

Während Volksstimme-Chefredakteur Alois Kösters die angenehme Seite hervorhob „als Zeitung über sympathische Menschen berichten zu können, die freiwillig etwas für andere tun", verwies die Geschäftsführerin des Paritätischen, Gabriele Girke, auf das Besondere der gemeinsamen Spendenaktion: „Es geht eben nicht nur ums Geld, sondern vor allem darum, über Menschen zu berichteten, die Menschen helfen. Und das ist im Grunde ja unser aller Pflicht."