Magdeburg l Wegen ihrer zutraulichen Art und der Freude, die sie vielen Leuten damit bereiten, werden Hunde als die besten Freunde des Menschen bezeichnet.

Da der Kontakt mit ihnen auch Menschen mit psychischen und seelischen Erkrankungen ein gutes Gefühl gibt, hat der Leiter des psychiatrischen Wohnheims „Der Weg“ in Magdeburg, Matthias Wenk, vor rund einem Jahr eine Hunde-Therapie in die Einrichtung geholt. „Viele Menschen hier bei uns im Haus haben Schwierigkeiten, Kontakte zu knüpfen. Sie befürchten, die Erwartungen des Gegenübers wegen ihrer Beeinträchtigung nicht erfüllen zu können. Dass Hunde jeden Menschen gleichermaßen akzeptieren, ist für sie eine wunderbare Erfahrung“, erklärt die sozialpädagogische Leiterin bei „Der Weg“, Birgit Reichel.

Hunde-Besuch wöchentlich gewünscht

Momentan kommen die Therapie-Hunde Aaron und Amadeo zweimal im Monat für jeweils eine Stunde mit Trainer Martin Plath in die Einrichtung, um dort mit allen interessierten Bewohnern Zeit zu verbringen. „Die gemeinsame Zeit mit den Hunden ist sehr beliebt. Viele Bewohner sind jedes Mal dabei, wenn Aaron und Amadeo kommen, und haben schon eine enge Beziehung zu ihnen aufgebaut“, erzählt Matthias Wenk.

„Der Weg“ würde seinen Bewohnern daher gerne noch mehr Kontakt zu den Samojeden-Rüden bieten. „Wir möchten auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse eingehen können. Dafür wäre ein wöchentlicher Besuch der Hunde hier bei uns ideal“, sagt Birgit Reichel.

Kuscheln mit Therapie-Hunden

Während die jüngeren Bewohner vor allem interessiert sind an langen Spaziergängen mit den Hunden, ist es für die älteren Teilnehmer besonders schön, mit Aaron und Amadeo zu kuscheln. Könnten die Hunde einmal pro Woche bei „Der Weg“ zu Besuch kommen, könnte ein immer wechselndes Programm mit ihnen angeboten werden, das auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt ist.

Während der Hunde-Therapie wird mit den Samojeden-Rüden jedoch nicht nur geschmust und spaziert. Die Teilnehmer dürfen die Hunde zudem mit Leckerlis für das Ausführen von Kommandos belohnen. „Die Bewohner erleben Selbstwirksamkeit, weil sie mit den Kommandos selbst aktiv werden, sich etwas trauen und dadurch sehr stolz auf sich selbst sind“, erklärt Birgit Reichel. Bei anderen Therapie-Methoden steht meist die Erkrankung der Personen im Vordergrund.

Hunde helfen Ängste abzubauen

Bei der Hunde-Therapie wird sich dagegen auf das Interesse der Bewohner für die Hunde fokussiert. „Durch die Interaktion mit den Tieren merken Teilnehmer, dass sie nicht auf ihre Erkrankung beschränkt sind. Das hilft ihnen dabei, Ängste abzubauen“, sagt Birgit Reichel. Außerdem kommen die Bewohner auf Grund ihres gemeinsamen Interesses für die Hunde untereinander in Kontakt, was die Gemeinschaft im Wohnheim stärkt. „Einige Bewohner haben dank der tiergestützten Therapie mit Aaron und Amadeo bereits große Fortschritte gemacht. Mit einer noch regelmäßigeren Hunde-Therapie wollen wir erreichen, dass sich ihr Wohlbefinden und Selbstbewusstsein weiter verbessern“, sagt Birgit Reichel.

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