Magdeburg l Unternehmungen in der Gruppe machen Spaß und sorgen für schöne Erinnerungen. Doch weil viele ältere Menschen auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, fällt es ihnen schwer, am gesellschaftlichen Geschehen teilzunehmen. Oft führt das dazu, dass Senioren kaum noch einem Hobby nachgehen, keine sozialen Kontakte pflegen und so immer einsamer werden.

Um der Einsamkeit entgegenzuwirken, haben engagierte Senioren gemeinsam mit Mitarbeitern des Alten- und Servicezentrums im Bürgerhaus Kannenstieg das Keramik-Café ins Leben gerufen. Einmal im Monat werden dafür alle Materialien, die zum Töpfern benötigt werden, im barrierefreien Erdgeschoss des ASZ bereitgestellt. Pflegeheimbewohner sowie alle Senioren, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, können dann gemeinsam töpfern und anschließend bei einer Tasse Kaffee zusammensitzen.

Neuer Brennofen wird benötigt

Doch momentan steht das Keramik-Café vor einem Problem. Einer der Brennöfen für die Töpferarbeiten ist kaputt und die Reparatur- und Wartungskosten dafür sind sehr hoch. Zudem fallen immer wieder Materialkosten für Ton, Glasuren und Bastelwerkzeuge an. „Eine gute Ausstattung hier beim Keramik-Café im ASZ ist wichtig dafür, dass die Senioren bei uns kreativ sein können und eine gute Zeit haben“, sagt die Leiterin des Keramik-Cafés, Steffi Albers.

Die Idee für das barrierefreie Töpfern kam Steffi Albers auf Grund des Schicksals einer Dame, die gerne die Töpferkurs-Angebote im ASZ besuchte, aber wegen einer Erkrankung irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen war und somit nicht mehr die Kursräume im ersten Stock erreichen konnte. Mit dem Keramik-Café wurde diese Barriere überwunden. „So haben auch ältere Menschen, die nicht die Treppe im ASZ bewältigen können, eine Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen und Teil der Gemeinschaft zu sein“, sagt Steffi Albers.

Gemeinsames Töpfern zur Freude

Neben Senioren nehmen auch Gruppen aus Kindertagesstätten regelmäßig am Keramik-Café teil. Der Gedanke dahinter ist, dass Jung und Alt beim Töpfern gemeinsam schöpferisch tätig werden und so mehr Verständnis füreinander entwickeln. Malek, Amy, Sophie und Lara von der Integrativen Kita Neustädter See waren schon mehrfach beim Töpfern im Keramik-Café. Sie gehen offen auf die anderen Teilnehmer zu und haben Spaß daran, sich gestalterisch auszutoben. „Es ist schön, wenn die Kinder mit uns basteln. Sie bringen frischen Wind rein“, sagt Seniorin Johanna Rieth.

Die Senioren und Kinder im Keramik-Café töpfern sowohl an individuellen als auch an gemeinschaftlichen Projekten. Einige der Töpferarbeiten werden im Anschluss sogar bei den Senioren im Pflegeheim ausgestellt. So können sie täglich voller Stolz ihre Kunstwerke bestaunen, die sie mit eigenen Händen angefertigt haben. Ein funktionierender Brennofen sowie genügend Material sind wichtig, damit das auch in Zukunft so sein kann. „Wir möchten mit dem Keramik-Café auch weiterhin ein barrierefreier Ort zum gemeinsamen Kreativsein bleiben“, sagt Steffi Albers.

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