Magdeburg l Die ersten Feuerwehrfahrzeuge wurden in Handarbeit gefertigt. Die Basis waren Kutschen und Wagen.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts existierten im Wesentlichen nur zwei Typen von Feuerwehren: Spritzenwagen und Schiebleiter. Sie wurden von Pferden oder den Feuerwehrleuten selbst mit Muskelkraft gezogen.

Sie waren aus Holz gebaut und wurden durch Muskelkraft betrieben. Deshalb gab es bei Einsätzen oft Probleme. Im Zuge der Industrialisierung wurden die Fahrzeuge technischer und erhielten Motoren – allerdings nur sehr zögerlich, da die Feuerwehrleute Bedenken hatten, mit benzingetriebenen Fahrzeugen nahe an Brände heranzufahren.

Beginn der Moderne 1902

Die Geschichte moderner Feuerwehrfahrzeuge beginnt im Jahre 1902, als das Freiburger Unternehmen Grether & Cie. das erste Feuerwehr-Kraftfahrzeug der Welt mit einem Verbrennungsmotor baute.

Der nächste Meilenstein folgt 1904, als Magirus (später Magirus-Deutz und heute Iveco Magirus) die erste motorgetriebene Drehleiter baute, die jedoch weiterhin von Hand ausgefahren werden musste. Kurz darauf folgten Motorpumpen, was der Firma zum wirtschaftlichen Aufstieg verhalf.

Ab 1937 grüne Lackierung

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Grundstein für das moderne Feuerwehrwesen gelegt. Die Fahrzeuge wurden besser, vielfältiger und moderner. Es wurden Bestimmungen und Vorschriften festgelegt, wie sie auszusehen hatten und verwendet werden sollten.

Besonders in den 1930er Jahren erfuhr ihre Entwicklung einen Schub. Am 1. März 1937 wurde angeordnet, dass die Feuerwehrfahrzeuge tannengrün zu lackieren sind. Die Feuerwehren wurden deutschlandweit ab dem 23. November 1938 der Polizei unterstellt. Die Berufsfeuerwehren wurden in Feuerschutzpolizei umbenannt.

Die freiwilligen Feuerwehren wurden zu technischen Hilfstruppen der Polizei, behielten aber die Bezeichnung freiwillige Feuerwehr. Daneben entstanden militärische Feuerwehreinheiten, der Sicherheits- und Hilfsdienst.

Einheitliche Bauvorschriften wurden ab dem 16. Februar 1940 erlassen, wobei unter anderem zwischen drei Löschfahrzeugen unterschieden wurde: leichtes Löschgruppenfahrzeug, schweres Löschgruppenfahrzeug und großes Löschgruppenfahrzeug.

Am 14. August 1942 folgte die Anordnung, dass alle Fahrzeuge in schwarzgrau-matt ausgeliefert werden sollen. Ab dem 7. April 1943 wurde die Lackierung durch Erlass in gelb-grau-matt geändert.

Noch viele Typen im Einsatz

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Bundesrepublik viele der heute noch verwendeten Feuerwehrfahrzeuge entwickelt. Hierzu zählen die meisten Löschgruppenfahrzeuge, Tanklöschfahrzeuge, die Drehleitern, Rüst- und Gerätewagen sowie die Tragkraftspritzenanhänger. Im Laufe der Zeit wurden die Fahrzeuge immer weiter verbessert.

Lauftext

Erste DDR-Feuerwehr bei Horch

Die Entwicklung der Feuerwehrfahrzeuge der DDR begann 1949 mit der Produktion von Lkw im VEB Horch Automobilwerk Zwickau im VEB Phänomen Werk in Zittau.

Die Löschfahrzeuge LF 10 und LF 15 waren die ersten Feuerwehrfahrzeuge in der DDR. Bis zur ersten Drehleiter (DL 25) dauerte es bis 1962. Es gab drei Hauptstandorte für die Produktion von Feuerwehrfahrzeugen:

● in Luckenwalde, Brandenburg (Nachfolger der Firma Koebe) den VEB Feuerlöschgerätewerk Luckenwalde (heute Rosenbauer).

● in Görlitz (Sachsen) den VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz, vormals Firma G.A. Fischer.

● in Jöhstadt (Sachsen) den VEB Feuerlöschgerätewerk Jöhstadt, Vorgänger war die Firma Flader.

Seit 2000 neue Normen

Im Laufe der Zeit hat man erkannt, dass es die Vielfalt an genormten und nicht genormten Fahrzeugen immer schwieriger macht, deren Einsatzwert richtig einzuschätzen. Deshalb wurden im Jahr 2005 neue Normen für Feuerwehrfahrzeuge herausgegeben, die nur noch zwölf Fahrzeuge als normungswürdig anerkennt.