Magdeburg (dpa/js). Bereits 2018 haben sich Lotto-Verantwortliche aus anderen Bundesländern Sorgen wegen ungewöhnlich hoher Sportwetten-Gewinne in Sachsen-Anhalt gemacht. Weil fünf Großspieler für besonders hohe Ausschüttungen gesorgt hätten, habe die federführende Staatliche Lotterieverwaltung in Bayern im Herbst 2018 Lotto-Toto Sachsen-Anhalt angeschrieben, sagte ein Sportwetten-Verantwortlicher aus Bayern am Freitag als Zeuge im Lotto-U-Ausschuss im Landtag in Magdeburg. Innerhalb der Oddset-Kooperationsgemeinschaft sei – etwa aus Niedersachsen – ein Schaden befürchtet worden.

In insgesamt zwei Schreiben habe man zwei Maßnahmen vorgeschlagen: ein allgemeines Kundenlimit einzusetzen und ein individuelles Kundenlimit für diejenigen fünf Großspieler, die ungewöhnlich viel Geld einsetzten und gewannen. Lotto-Toto Sachsen-Anhalt habe geantwortet, man müsse sich mit der Aufsicht abstimmen. Der Zeuge sagte: "Wenn es in Bayern stattgefunden hätte, hätten wir sicher schneller agiert." Ende 2018 sei der "Zielkorridor" nahezu erreicht worden. Es sei kein Schaden für individuelle Spieler entstanden.

Verkehrsminister Thomas Webel will kein Lotto-Aufsichtsratschef mehr sein. „Sobald eine neue Geschäftsführung installiert ist, lege ich das Mandat nieder" sagte er im Untersuchungsausschuss im Landtag.

Der Untersuchungsausschuss im Landtag geht unter anderem dem Umgang von Lotto-Toto mit Sportwetten-Großspielern nach, die im Raum Zerbst aktiv waren. Die Abgeordneten sind bislang auch möglichen Verstößen gegen das Geldwäschegesetz nachgegangen und der Vergabe von Jobs. Die Lotto-Geschäftsführer sind inzwischen abberufen worden.