Magdeburg (dpa) l Lotto-Spieler in Sachsen-Anhalt haben im 2017 weniger Geld für das staatliche Glücksspiel ausgegeben. Die Spieleinsätze gingen im Vergleich zum Vorjahr leicht auf rund 180 Millionen Euro zurück. Zur Begründung nannte Geschäftsführerin Maren Sieb am Dienstag, dass es in der gesamten zweiten Jahreshälfte keinen Jackpot mehr gegeben habe. Gelegenheitsspieler seien deshalb fern geblieben. Der Rückgang der Einsätze sei mit 1,1 Prozent aber geringer gewesen als in allen anderen Bundesländern.

Insgesamt gewannen die Spieler rund 88 Millionen Euro. Besonderes Glück hatte eine Spielerin aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Sie erzielte im September mit 17,6 Millionen Euro den höchsten Lotto-Gewinn in der Geschichte des Landes. Vier weitere Spieler wurden 2017 zu Lotto-Millionären. Doch nicht alle Gewinner bemerkten ihr Glück. Gewinne in Höhe von rund 300.000 Euro seien nicht abgeholt worden, sagte Sieb. Spieler haben dafür drei Jahre Zeit.

Rund 5,6 Millionen Euro aus Lotto-Mitteln flossen in die Förderung gemeinnütziger Projekte. 369 Maßnahmen aus den Bereichen Kultur, Sport, Soziales, Umweltschutz und kirchliche Denkmalpflege wurden unterstützt. Dazu gehörten auch die Dachsanierung der Kirche in Stolberg im Harz, ein Mittelaltermusikfest in Freyburg und die Sanierung des Tierheims in Wittenberg.

Höchster Wert in Ostdeutschland

Im Vergleich zu anderen ostdeutschen Bundesländern spielten Sachsen-Anhalter häufig Lotto. Rein rechnerisch gab jeder im Land 80,22 Euro dafür aus – der höchste Wert in Ostdeutschland. Im Westen liegt der durchschnittliche Einsatz mit rund 88 Euro höher.

Kritik äußerte Sieb am wachsenden Markt illegaler Glücksspiele. Geschätzt landeten deutschlandweit pro Jahr rund 200 Millionen Euro in diesem Markt. "Die Anbieter sitzen im Ausland, einen gesetzlichen Anspruch auf die Auszahlung der Gewinne gibt es nicht", sagte Sieb. Die Teilnahme an illegalem Glücksspiel sei zudem strafbar.

Die Geschäftsführerin von Lotto Sachsen-Anhalt kritisierte vor diesem Hintergrund das vorläufige Scheitern des neuen Glücksspielstaatsvertrags. Eigentlich hätte das Regelwerk, das vor allem bei Sportwetten für Rechtssicherheit sorgen soll, Anfang 2018 in Kraft treten sollen. Schleswig-Holstein hat den Vertrag aber bislang nicht ratifiziert.