Untersuchung hebt gesunkene Arbeitslosenquote und höhere Einkommensteuerkraft hervor

Magdeburg ist dynamischste deutsche Stadt

Von Michael Bock

Magdeburg ist in Sachen Dynamik das Nonplusultra in Deutschland. Das hat ein bundesweiter Städtevergleich der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ergeben. Halle kommt auf Platz sieben.

Magdeburg/Berlin l In der Studie wurde die Entwicklung der größten kreisfreien Städte zwischen 2006 und 2011 untersucht. Ergebnis: Magdeburg ist deutscher Dynamik-Sieger. Für den Vergleich wurden Daten zu mehr als 35 Kriterien ausgewertet. Dabei profitierte Magdeburg von einer im Vergleichszeitraum stark gesunkenen Arbeitslosenquote (minus 7,2 Prozentpunkte) auf aktuell 10,4 Prozent. Sehr gute Werte wurden auch bei der Jugendarbeitslosenquote und bei der Erwerbsbeteiligung der über 55-Jährigen erzielt.

Boden gut machte die Landeshauptstadt zudem bei der Entwicklung der Einkommensteuerkraft, die um 42 Prozent gesteigert werden konnte.

Der Studie zufolge ist es Magdeburg gelungen, seine "spezifischen Standortkompetenzen in eine überdurchschnittliche Entwicklungsdynamik zu überführen". Der Stadt komme ihre Lage an wichtigen Verkehrsachsen und ihre Tradition im Maschinenbau zugute. So baue der größte industrielle Arbeitgeber, der Windkraftanlagen-Hersteller Enercon, auf den vorhandenen Ressourcen des Großkombinats SKET auf.

Aber auch bei den Neurowissenschaften profitiere der Standort "von einer engen Verknüpfung der Wirtschaft mit spezialisierten Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Hier ist Magdeburg längst nicht mehr nur verlängerte Werkbank."

Beim aktuellen Niveau landete Magdeburg dagegen nur auf Platz 39, Halle auf Platz 46. Sieger wurde hier München vor Stuttgart und Münster. Erstmals belegten mit Duisburg, Herne und Gelsenkirchen, allesamt im Ruhrgebiet gelegen, drei Weststädte die hinteren Ränge. Viertletzte Stadt ist Berlin.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte der Volksstimme, die Dynamik-Platzierung der Landeshauptstadt sei ein "Riesenerfolg". Zugleich betonte er, die gute Entwicklung müsse verstetigt werden.

Ministerpräsident Reiner Haseloff und Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (beide CDU) sehen die Förderpolitik des Landes bestätigt. "Es hat sich ausgezahlt, Förderschwerpunkte in den Zentren zu setzen", sagte Haseloff. "Hier liegt das größte Entwicklungspotenzial. Die aufstrebenden Zentren strahlen auch auf das gesamte Land aus. Wir werden unsere Strategie fortsetzen und dafür weitere Früchte ernten."

"Das Dynamik-Ranking belegt: Sachsen-Anhalts große Städte holen immer stärker auf", sagte Wolff. Magdeburg und Halle würden sich durch eine enge Verknüpfung der Wirtschaft mit den vielen Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen auszeichnen. Wolff meinte: "Dies ist zum einen ein Zeichen kluger Kommunalpolitik. Zum anderen bestätigt es unsere Strategie, Unternehmen und Hochschulen im Land noch enger miteinander zu verzahnen, um Innovationen und qualifizierte Arbeitsplätze zu generieren." Seite 5