Magdeburg (dpa) l Künftig werden fünf Prozent der Medizinstudienplätze für angehende Landärzte reserviert, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag sagte. Wer über die Quote an die Universität kommt, muss sich verpflichten, nach dem Facharzt-Abschluss für mindestens zehn Jahr im ländlichen Raum zu arbeiten. Wer dagegen verstößt, muss mit 250.000 Euro Strafe rechnen. Bei der Festlegung der Summe habe man sich am Jahreseinkommen einer gut laufenden Praxis orientiert.

20 Plätze reserviert

In Magdeburg und Halle gibt es insgesamt 400 Plätze für ein Medizinstudium. 20 davon werden künftig für angehende Landärzte reserviert. Zum Wintersemester 2020/21 soll es losgehen. Die Auswahl der Studienanfänger übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Die KV entscheidet auch, wo die Absolventen eingesetzt werden sollen.

In Sachsen-Anhalt droht ein massiver Mangel an Hausärzten. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind schon heute 140 Hausarztsitze nicht besetzt. Bis 2032 werden Prognosen zufolge landesweit 262 Allgemeinmediziner fehlen. Fast jeder sechste Hausarzt ist bereits jetzt älter als 65 Jahre. Ende 2025 wird fast die Hälfte der Mediziner dieses Alter erreicht haben.

Die Linke im Landtag fordert, statt auf eine Quote zu setzen, die Gesamtzahl der Studienplätze zu erhöhen, erklärte der Abgeordnete Swen Knöchel.