Burg/Weißenfels l Am Wochenende kam der Truppenzug zunächst in Weißenfels an, dann erfolgte ein Zwischenstopp in Burg. Die bislang in Bayern stationierten Soldaten kommen ursprünglich aus den USA, Großbritannien und Rumänien. Von Burg aus ging es auf den Weg ins polnische Trainingcenter Bemowo Piskie. Die Soldaten sind Teil der Nato-Mission „enhanced Forward Presence“, die in den östlichen Nato-Mitgliedstaaten Estland, Lettland, Litauen und Polen Präsenz zeigen soll. Dies war auf dem Nato-Gipfel 2016 in Warschau beschlossen worden.

140 Panzer und Lkw

„Deutsche Militärfahrzeuge sind auf den Straßen rund um Burg keine Seltenheit. Der Anblick, der sich jedoch am Wochenende und Montag bot, war schon etwas Besonderes“, schätzt Kerstin Stösser, Korvettenkapitänin in der Burger Clausewitz-Kaserne, ein. Denn mit 140 Fahrzeugen – Panzern, Lkw und anderen schweren Wagen – sowie 420 Soldaten rückten die Truppen gestern aus Burg ab. Über die A2 in Richtung Frankfurt/Oder und weiter nach Polen.

Doch der Weg vom bayrischen Vilseck bis nach Polen ist für die Kolonne kein Tagesmarsch. Die Fahrzeuge sind, unterteilt in sieben Einzelkolonnen, mit lediglich 60 Stundenkilometern unterwegs. „Das verlangt auch Pausen ab“, sagt Oberstleutnant Thomas Poloczek, Sprecher des Landeskommandos.

Stopps in Sachsen-Anhalt machten sie deshalb in Weißenfels (Burgenlandkreis) und schließlich in Burg. „In der Burger Kaserne nutzen die Soldaten den Rastraum“, erklärt Poloczek und sagt weiter: „Dieser ist wie ein großer Rasthof, der die notwendigen Versorgungsleistungen für Mensch und Material bereithält.“ In der Clausewitz-Kaserne können die Fahrzeuge abgestellt, gewaschen, getankt und bei Bedarf gewartet und repariert werden.

Und natürlich werden die Soldaten auch verpflegt. Gab es Extrawünsche? „Ja, das kommt immer mal wieder vor. Dieses Mal wurden koscheres Essen und Halal-Lebensmittel angefragt. Wir haben dann auf unsere vegetarische Alternative verwiesen“, sagt Kerstin Stösser.

Tank-Stopp in Weißenfels

Auch beim Tank-Stopp in Weißenfels hinterließ die Truppe ihre Spuren und zeigte Einblick ins militärische Leben. Vor dem Schloss Neu-Augustusburg versammelten sich die Soldaten mit ihren Fahrzeugen. Die Weißenfelser nutzten die Chance, sich die moderne Militärtechnik aus der Nähe anzuschauen.