Magdeburg/Zerbst l Magdeburgs bekanntester Mord-Ermittler ist seit Mittwoch offiziell im Ruhestand. Mehr als 30 Jahre arbeitete er als Kriminalist. Seine wichtigsten Kriminalfälle:

Der erste Mord: Als junger Kripo-Leutnant wird Harald Meier 1987 zu einem Tatort in Zerbst gerufen. Eine Frau wurde tot in der Wohnung aufgefunden – vergewaltigt und ermordet. Der Tatverdächtige aus ihrem Umfeld wird schnell ermittelt und von Meier vernommen. Doch der Mann lügt das Blaue vom Himmel. „Doch anhand der Spuren konnten wir ihn überführen“, sagt der Kriminalrat a. D. über seinen ersten Fall.

Der grausamste Mord: Ende der 1980er Jahre wird ein Mann aus Perleberg (Land Brandenburg) nach Magdeburg gelockt. Zwei Männer geben vor, seinen Lada kaufen zu wollen. Auf einem Garagenhof wird der Perleberger mit einem Schraubenzieher erstochen. Die Täter stoßen mehr als 70 Mal zu. Dann verscharren die Männer die Leiche an einer alten Ziegelei. Das Auto, das sie eigentlich stehlen wollten, fackeln sie ab, weil sie befürchten, bei der Probefahrt Spuren hinterlassen zu haben. Die Vernehmung führt Harald Meier erfolgreich, so dass der Fall schließlich aufgeklärt werden kann und es zur Verurteilung kommt.

Der spektakulärste Mord: Am 4. Mai 1995 wird Kriminalkommissar Meier nach sieben Uhr nach Magdeburg-Olvenstedt gerufen. Auf der B 1 steht ein Taxi. Der 45 Jahre alte Fahrer wurde erschossen. Es ist der erste Taxifahrer-Mord in Sachsen-Anhalt. Meier leitet die Moko „Taximord“. Sechsmal glaubt er, den Täter im Netz zu haben, jedesmal Fehlanzeige. Im Februar 1996 zahlt sich die akribische Arbeit aus. Ein 24 Jahre alter Binnenschiffer wird festgenommen. Der Chefermittler zu damals: „Ich mache schon seit 30 Jahren meinen Job bei der Kripo, aber mit so viel Engagement bei den Ermittlungen habe ich noch keine Truppe rotieren sehen.“

Der Albtraum-Fall: Meier trägt den Beinamen „Mister Einhundertprozent“, was er allerdings nicht gerne hört. Sein Fachkommissariat kann auf eine stolze Aufklärungsquote blicken. Deshalb ärgert ihn besonders, dass der Tod des Managers der „Kastelruther Spatzen“ bis heute nicht aufgeklärt ist. Am Abend des 6. März 1998 war Karlheinz Gross tödlich verletzt im Magdeburger Industriegebiet „Steinkopfinsel“ gefunden worden. Er starb später im Krankenhaus. „Ich glaube zwar, dass wir damals den Täter auf dem Verhörstuhl hatten. Aber glauben und Beweis sind zweierlei“, sagt Meier.

Der letzte Mordfall: Ein 32-Jähriger wurde im März dieses Jahres ermordet in einer Gartenanlage in Aschersleben aufgefunden. Angeklagt sind dazu aktuell drei Männer, die ihn in einer Laube verprügelt und erstochen haben sollen. Das, weil er zuvor in einem Prozess angeblich einen Komplizen verpfiffen haben soll. Das Urteil wird Ende November erwartet.

Zum Interview mit Kriminalrat Harald Meier geht es hier.