Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Linke will kulturelle Vereine und Verbände auf einer verlässlichen Basis stärken. Sie fordert für zusätzliche Organisationen eine institutionelle Förderung und nicht nur wie bislang eine Projektförderung. Profitieren sollten die Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren mit 100.000 Euro jährlich, der Berufsverband Bildender Künstler Sachsen-Anhalt mit 50.000 Euro sowie der Bibliotheksverband mit einer noch nicht genau bezifferten Summe, sagte der kulturpolitische Sprecher der oppositionellen Linke-Fraktion, Stefan Gebhardt, am Mittwoch in Magdeburg. Auch für Musikschulen forderte er mehr Geld. Es solle schon in den Doppelhaushalt 2017/18 eingestellt werden.

Wie auch andere institutionell geförderte Kulturverbände arbeiteten die Verbände im Landesinteresse und müssten auch entsprechend unterstützt werden. Vertreter der Verbände unterstrichen die Notwendigkeit einer verlässlichen Finanzierung. Die Professionalität müsse gestärkt, teilweise überhaupt erst Arbeitsfähigkeit hergestellt werden, sagte der Vorsitzende der Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt, Christian Reineke. Es seien Festangestellte in den Verbänden nötig, um insbesondere Kultureinrichtungen in der Fläche bei Förderanträgen zu helfen, eine bessere Lobbyarbeit zu betreiben und die Einrichtungen zu vernetzen.

Gebhardt sagte, auch die Musikschulen im Land bräuchten dringend höhere Zuwendungen. Seit den 1990er Jahren bekämen sie jährlich 2,25 Millionen Euro im Jahr. Die Teuerungsrate und Tarifsteigerungen seien nicht berücksichtigt worden. Die ursprüngliche Drittel-Finanzierung von Land, Trägern und Eltern sei zulasten von Eltern und zumeist kommunalen Trägern verschoben worden. Die Linke will nun eine stufenweise Erhöhung der Musikschul-Förderung um jährlich 500.000 Euro.

Laut Reineke, der auch dem Musikschulverband Sachsen-Anhalt vorsteht, gehen demnächst von 1000 Musikschullehrern 250 in den Ruhestand. Um neue zu gewinnen, führe der Weg zumeist über Festanstellungen. "Es passiert jetzt schon der Umschwung hin zur verstärkten Festanstellung im ländlichen Raum. Dadurch schnellen die Kosten in die Höhe." Die Mehrkosten würden zwangsläufig zu einer Explosion der Kurs-Gebühren führen, immer mehr Schüler könnten sich den Unterricht nicht mehr leisten. "Um das zu vermeiden, ist es notwendig, dass sich das Land dynamisch an dieser notwendigen Stabilisierung der Musikschulen beteiligt", sagte Reineke.