Magdeburg (dpa) l In zahlreichen Veranstaltungen gedenkt Sachsen-Anhalt am Montag der Opfer der nationalsozialistischen Pogromnacht am 9. November 1938. Eine zentrale Gedenkfeier wird es in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht geben, dafür sind mehrere kleinere Veranstaltungen geplant.

Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) etwa legt gemeinsam mit Vertretern der Synagogengemeinde in Magdeburg in einer nichtöffentlichen Zeremonie einen Kranz am Mahnmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes nieder. Besucher können den ganzen Tag Blumen und Kränze niederlegen, wie die Stadt mitteilte. An der Stelle des Mahnmals an der Julius-Bremer-Straße hatte bis zur Pogromnacht eine Synagoge gestanden, die die Nazis am 9. November 1938 zerstörten und die Ruine später abrissen.

Auch in Halle können die Menschen ihr Gedenken mit Blumen und Kerzen bekunden. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos), der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Halle, Max Privorozki und Pastor Winfried Bolay von der Evangelisch-Methodistischen Kirche entzünden am Mahnmal am Jerusalemer Platz Kerzen.

Weitere Gedenkveranstaltungen sind in Dessau, Ballenstedt und Eisleben geplant.

In der Nacht zum 10. November 1938 war es im gesamten Deutschen Reich zu Pogromen gegen Juden und Jüdinnen gekommen. Bei den Gewaltausschreitungen der SA- und SS-Angehörigen unter zentraler Leitung der NS-Führung wurden mehr als 1300 Menschen getötet und 30.000 Menschen in Konzentrationslager verschleppt. Etwa 7500 jüdische Geschäfte wurden demoliert, rund 1400 Synagogen und Gebetshäuser in Brand gesteckt. Der planmäßigen Zerstörung jüdischer Einrichtungen folgte bald die systematische Vernichtung jüdischen Lebens in Europa.